Indonesien und Indien planen gemeinsam eine, auf Kohlenwasserstoffen basierte Zukunft
Indien ist das bevölkerungsreichste Land der Welt, Indonesien das viertbevölkerungsreichste. Zusammen repräsentieren sie 1,8 Milliarden Menschen. Ganz oben auf ihrer Agenda steht der massive Ausbau des Energiehandels.
Vor tausend Jahren beherrschte das indische Chola-Reich die Meere Südostasiens und knüpfte mit dem indonesischen Archipel tiefe Handels- und Kulturbeziehungen sowie eine jahrhundertelange wirtschaftliche Partnerschaft. Im 21. Jahrhundert agieren diese beiden Giganten erneut in komplementären Rollen auf der Weltbühne.
Indien ist das bevölkerungsreichste Land der Welt, Indonesien das viertbevölkerungsreichste. Zusammen repräsentieren sie 1,8 Milliarden Menschen, die auf das bloße Überleben, industrielles Wachstum und den Aufstieg auf der globalen Wirtschaftsleiter ausgerichtet sind.
Beide Länder investieren verstärkt in die Fertigungsindustrie und müssen eine wachsende Mittelschicht versorgen. Das bedeutet mehr Strom, mehr raffinierte Kraftstoffe, mehr Petrochemikalien, mehr Stahl, mehr Güterverkehr und mehr industrielle Wärme. Es bedeutet auch mehr Kohle, Öl, Gas und Kernenergie – Energiequellen, die zuverlässig und bezahlbar Strom liefern können.
Wirtschaftliche Beziehungen
Der Bedarf an fossilen Brennstoffen stand im Mittelpunkt, als sich der indische Premierminister Narendra Modi und der indonesische Präsident Prabowo Subianto am 7. Juli in Jakarta trafen, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu vertiefen. Ganz oben auf ihrer Tagesordnung standen eine massive Ausweitung des Energiehandels und die indische Bitte um mehr indonesische Kohle, um das energiehungrige Stromnetz zu versorgen.
Dies ist eine logische Konstellation in einer sich rasant entwickelnden Industriebeziehung. Der bilaterale Handel hat sich seit 2005 mehr als verfünffacht, von unter 5 Milliarden US-Dollar auf fast 25 Milliarden US-Dollar. Indien ist nach wie vor Indonesiens zweitgrößter Kohleabnehmer und größter Importeur von indonesischem Rohpalmöl und bezieht darüber hinaus Mineralien, Kautschuk, Kohlenwasserstoffe, Zellstoff und Papier. Im Gegenzug liefert Indien raffinierte Erdölprodukte, Fahrzeuge, Telekommunikationsausrüstung, Stahlprodukte und Agrarprodukte.
Die indische Stahlbehörde und das indonesische Stahlunternehmen Krakatau Steel haben ein Joint Venture zur Edelstahlproduktion in Indonesien vereinbart. Rund 90 % der indischen Stahlproduktion sind nach wie vor abhängig von Kohle. Auch die indonesische Stahlindustrie ist stark von Kohle abhängig; fast 80 % ihrer Produktion basieren auf diesem Brennstoff.
Der indonesische Minister für Energie und Bodenschätze, Bahlil Lahadalia, gab bekannt, dass Indien Interesse an einer Beteiligung am indonesischen Öl- und Gassektor bekundet hat. Indonesien, einst einer der größten Gasproduzenten der Welt, vergab kürzlich mehrere Explorationsaufträge an internationale Ölkonzerne.
Die beiden Regierungen erörterten die Zusammenarbeit bei friedlichen Kernenergieprojekten. Ähnlich wie fossile Brennstoffe bietet die Kernenergie eine verlässliche Grundlastversorgung, die die schwankenden Energiequellen Solar- und Windenergie nicht erreichen können.
Beide Seiten unterzeichneten außerdem zahlreiche Abkommen über kritische Mineralien und Lieferkettentechnologie, die Regulierung von Medizinprodukten, Katastrophenmanagement, Telekommunikation und Landwirtschaft.
Ablehnung des grünen Dogmas, Bekämpfung der Energiearmut
Die jüngsten rollenden Stromausfälle in Sumatra und Java haben gravierende Schwächen im nationalen Stromnetz offengelegt. Der staatliche Energieversorger PLN räumte ein, dass die angespannte Kohleversorgung für die verheerenden Stromausfälle auf Java verantwortlich war. Es ist unmöglich, ein Produktionszentrum allein mit Solar- und Windenergie aufzubauen, da diese den Launen des Wetters unterliegen.
Angesichts der drohenden Energiearmut weist Indonesien grüne Propaganda zurück. Jakarta verschob den Zeitplan für die Stilllegung von Kohlekraftwerken. Im Dezember 2025 hat die Regierung stillschweigend, aber entschieden ihre Pläne zur Schließung des Kraftwerks Cirebon-1 aufgegeben.
Indien befindet sich in derselben Lage und trifft ebenso rationale Entscheidungen. Kohle deckt weiterhin fast 80 % des Strombedarfs des Landes. Als in diesem Jahr Unwetter Wasserkraftwerke auf dem gesamten Subkontinent zerstörten, griff Indien auf Kohle als Ersatz zurück. Es wird erwartet, dass Indiens starke Abhängigkeit von Kohle auch weit über das Jahr 2047 hinaus bestehen bleibt.
In einer Erklärung seiner Energiesouveränität zog Indien seine Bewerbung um die Ausrichtung des UN-Klimagipfels 2028 zurück. Keine noch so große Panikmache seitens der UN wird das Ziel, der indischen Bevölkerung bezahlbare Energie zu sichern, aufhalten.
Die Handelsbeziehungen zwischen Indien und Indonesien verwerfen die apokalyptischen Fantasien des Klimaindustriekomplexes und setzen sich dafür ein, die Energiequellen zu sichern, die die Menschen benötigen, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern.
Dieser Kommentar wurde erstmals am 11. August 2026 in The Hill veröffentlicht.

Vijay Jayaraj
Vijay Jayaraj ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der CO₂ Coalition in Fairfax, Virginia. Er besitzt einen Master of Science in Umweltwissenschaften der University of East Anglia und ein Graduiertendiplom in Energiemanagement der Robert Gordon University, beide in Großbritannien, sowie einen Bachelor of Engineering der Anna University in Indien. Zuvor war er außerdem wissenschaftlicher Mitarbeiter der Changing Oceans Research Unit an der University of British Columbia in Kanada.
Übersetzung: Eric Vieira
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