Selbst Tom Cruise kann eine politisch korrekte Klimasatire nicht witzig machen
„Es sieht so aus, als hätten Klimaaktivisten versehentlich einen 180 Millionen Dollar teuren Massenmarktfilm gedreht, der nur die pessimistische grüne Randgruppe anspricht, die alte weiße Männer und die großen Ölkonzerne hasst“, sagt Jo Nova.
Und das Publikum hasst ihn
Die einzigen Kritiker, die etwas Positives über den neuen Film „Digger“ zu sagen haben, sind – welch Überraschung – die ABC (Australian Broadcasting Corporation) und die BBC. „Digger könnte der beste Film des Jahres sein – wenn man dem Verfahren vertraut“, schreibt die ABC kryptisch. Doch im linken Hauptquartier der New York Times titelt sie: „Selbst Tom Cruise kann diese bemühte Satire retten.“ So schlecht ist er.
Tom Cruise spielt einen hässlichen, alten, weißen Ölbaron, dessen Team in Grönland einen Gletscher spaltet. Laut BBC ist dies der Moment, in dem „die Realität einen einholt, als sich ein Eisberg von der Größe eines kleinen Landes vom Gletscher löst und Richtung Nordeuropa treibt. Innerhalb weniger Tage wird ein Tsunami mehrere Großstädte überfluten.“ Na klar … Also haben sie 180 Millionen Dollar ausgegeben, aber keinen Cent für Wissenschaftler verschwendet, die am Drehbuch mitgearbeitet haben? Schwimmendes Eis lässt den Meeresspiegel beim Schmelzen kaum ansteigen.
Der BBC-Kritiker Nicholas Barber schreibt weiter, dass ein Wissenschaftler (eine Figur im Film) sie von einem Plan überzeugt, das Militär einzusetzen, „um die Richtung des Eisbergs zu ändern“. Ich warte immer noch darauf, dass Barber erklärt, warum dies nicht die Stärke des Drehbuchs war, aber er sagt: „Das Faszinierende an dem Szenario ist, dass es vor ein paar Jahren peinlich übertrieben gewirkt hätte, heute aber so plausibel erscheint wie ein Dokumentarfilm.“ (Nur wenn man bei der BBC arbeitet, oder?)
Andere Reaktionen
Auf der Wikipedia-Seite werden die Reaktionen der anderen Rezensenten beschrieben:
Robert Daniels von RogerEbert.com vergab 2 von 4 Sternen und erklärte: „Es ist quälend, dass dieser träge, selbstgefällige Film nicht funktioniert.“ Bilge Ebiri von Vulture beschrieb Digger als „eine qualvolle Erfahrung, manchmal absichtlich, oft unabsichtlich.“ Peter Bradshaw vom Guardian bewertete den Film mit 2 von 5 Sternen und bezeichnete ihn als „eine ärgerlich oberflächliche, mühsame, selbstgefällige Satire mit einem versteckten Trick, in der sehr gute Schauspieler nur mittelmäßige Leistungen abliefern.“
Das Problem mit politisch korrekter Satire ist, dass es nichts Witziges mehr zu sagen gibt. Ein Komiker muss dem Publikum immer einen Schritt voraus sein, aber wenn die Botschaft schon seit dreißig Jahren immer wieder wiederholt wird, gibt es keine Überraschungen mehr. Sie konnten keine verborgenen Wahrheitsperlen finden, die sie weitergeben könnten, denn jeder Fleck Erde wurde bereits mit einem Teelöffel umgegraben und durchgesiebt, und selbst die Würmer, die sie gefunden haben, wurden in sechsteilige Marketingkonzepte verarbeitet.
Wie Luke Buckmaster sagt: „Digger ist die total bekloppte Klimasatire, die niemand von Tom Cruise erwartet hätte.“
Seltsame Filme
Der Film wurde von dem Mexikaner Alejandro G. Iñárritu inszeniert, der für seine skurrilen Filme bekannt ist.
Nikki Gemmel äußerte sich in der Zeitung „The Australian“ vernichtend:
Tom Cruise liefert in der neuen Satire Digger eine ermüdende Fehlzündung ab
Digger ist ein Möchtegern-Dr.-Strangelove. Doch, während das Meisterwerk von 1964 fesselnd war, wirkt dieser Film abstoßend. Ein chaotischer, unangenehmer Fehlschlag, der nicht einmal an Kubrick heranreicht. Man spürt förmlich die Panik im Drehbuchteam, die sich auf die Leinwand überträgt; Warner Bros. dürfte mittlerweile selbst in Panik geraten sein.
Digger ist der hässlichste Film des Jahres, und das ganz bewusst, aber diese unerbittliche Widerlichkeit ist einfach nur anstrengend. Da ist zum Beispiel die egoistische, protzige Unverschämtheit von Tom Cruises texanischem Milliardär.
Es ist eine vernichtende Abrechnung mit der blinden Gier des US-Kapitalismus; Amerika, gesehen durch die Augen eines feindseligen Beobachters. Nur ein Nicht-Amerikaner konnte so etwas schaffen. Iñárritu besteht darauf, dass „Digger“ eine Komödie sei, doch die Satire wirkt größtenteils bemüht, nervtötend und unerbittlich unlustig; Humor liegt dem Filmemacher von „Amores Perros“ und „The Revenant“ nicht im Blut. Wir sehen Thermometer, die nach rektalen Untersuchungen an Katzen beschnüffelt werden. Erbrechen. Urinieren. Rülpsen. Extreme, kinnbedeckte Nahaufnahmen. Hässlich, hässlich, hässlich.
Ich wollte Digger lieben, aber es ist ein totales Chaos
Von Josh Rosenberg, Esquire
Digger sollte eigentlich eine witzige Figur sein. Man sollte sich an Halloween als Digger verkleiden und „Scheiß auf die Eisbären“ auf T-Shirts drucken lassen. Stattdessen wirkt Digger wie ein totaler Besserwisser. Und niemand mag Besserwisser. Was hat Cruise bloß dazu bewogen, bei so einem peinlichen Film mitzuspielen?
Der eigentliche Grund, warum ich keine Antworten auf meine Fragen habe, ist, dass Digger sie kaum stellt. Wenn der Abspann läuft, erscheint es unmöglich, dass man zum ersten Mal irgendetwas über den Zustand der Welt überdacht hat. Man müsste buchstäblich aus Digger Rockwells Ölpest geboren worden und ins Kino gekrochen sein, um seinen allerersten Film zu sehen, damit sich Digger für einen bedeutungsvollen Film anfühlt.
Vielleicht sucht Cruise hier aber auch nur nach einem Weg zu seinem ersten Oscar, ähnlich wie DiCaprio damals in Iñárritus „The Revenant“, als er gegen Bären kämpfte. Oder ist es möglich, dass Cruise, mit seinen 64 Jahren, Diggers Botschaft teilt, dass seine Generation uns jegliche Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft geraubt hat? Dass es sinnlos war, sein Leben für acht „Mission: Impossible“-Filme zu riskieren, wenn es keine nachfolgenden Generationen mehr gibt, die sie genießen können?
Satire einer Satire
Nachdem also alle bei ABC, BBC, CBC, in Hollywood und bei den Grünen den Film gesehen haben, werden die Ticketverkäufe vermutlich einbrechen. Man wird zurückblicken und sich fragen, ob es sich um eine unbeabsichtigte Satire auf eine Satire handelte – in der ein millionenschwerer Schauspieler einen milliardenschweren Ölbaron verspottete und die auf Pseudowissenschaft basierende Wissenschaftsbewegung einen Film hervorbrachte, der praktisch auf keinerlei Wissenschaft beruhte.
Der Film „Digger“ läuft dieses Wochenende und wird voraussichtlich nur magere 12 Millionen Dollar einspielen – er könnte sich zum Kinoflop des Jahres 2026 entwickeln. Aber wer weiß, vielleicht gewinnt Tom Cruise ja einen Oscar, denn die Hollywood-Elite, die über die Oscars abstimmt, gehört genau zu den 2 Prozent, die dieser Film ansprechen soll.
Übersetzung: Eric Vieira
Dieser Artikel wurde erstmals am 2. Oktober 2026 auf joannenova.com.au veröffentlicht.

Jo Nova
Jo Nova ist Wissenschaftsmoderatorin, Autorin, Rednerin und ehemalige Fernsehmoderatorin; Autorin des Buches „The Skeptic’s Handbook“.
Der Artikel, den Sie soeben gelesen haben, wurde durch unsere Spender ermöglicht.
Clintel veröffentlicht täglich Artikel zu Klima, Energie und Wissenschaft. Wir übersetzen und verbreiten außerdem internationale Analysen in verschiedenen Sprachen, produzieren Videos, veröffentlichen Berichte und organisieren Konferenzen und Veranstaltungen weltweit.
Wir erhalten keine staatlichen Fördermittel und sind vollständig auf die Unterstützung unserer Spender angewiesen. Ihre Unterstützung hilft uns, unabhängige Forschung zu fördern und zu einer offeneren und ausgewogeneren Debatte über Klima- und Energiefragen beizutragen.
Möchten Sie unsere Arbeit unterstützen? Wählen Sie die Option, die am besten zu Ihnen passt:
- Werden Sie Freund von Clintel – unterstützen Sie uns mit einem jährlichen Beitrag
- Richten Sie eine regelmäßige Spende ein – leisten Sie fortlaufende Unterstützung und helfen Sie uns bei der Planung
- Spenden Sie einmalig – jeder Beitrag hilft
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
more news
When Net Zero Fails, Start a War: Europe’s Descent
When all else fails, start a war. The rhetoric of imminent war with Russia has become the dominant note of European public life, displacing the language of the climate emergency, says Tilak Doshi.
Roger Pielke Jr. lectures in Driebergen on 11 October 2026
Roger Pielke Jr. will give two lectures on Sunday 11 October 2026 at Antropia in Driebergen, the Netherlands, at the invitation of the Clintel Foundation. The American researcher will discuss climate change and extreme weather, climate-related damage, climate scenarios and the politicisation of climate science. The afternoon is open to supporters, critics and anyone interested in understanding his research.
Can We Declare The Hurricane Hypothesis To Be Falsified?
Can we now declare that the hypothesis that increased global temperatures cause increased hurricane frequency and intensity has been definitively falsified? And if not, when can we declare it, Francis Menton wonders.
The post Selbst Tom Cruise kann eine politisch korrekte Klimasatire nicht witzig machen appeared first on Clintel.
Please consider helping!
Awake Freedom TV On Roku is Broken! 🙂

I could no longer maintain the costs on my own, so I moved the off of a dedicated server which was needed for the TV platform to work. On top of that, I want to build an app Awake Freedom TV app, for mobile phones. We need your help to first resurrect our TV channel, and then build the mobile app. In order to do that, I need a minimum of 800/month on subscription payments. Please help anyway you can with the form below.











Leave A Comment