„Die Menschheit muss die Gesetze der Physik beachten“

„Die Menschheit muss die Gesetze der Physik beachten“

„Die Menschheit muss die Gesetze der Physik beachten“

In einem kürzlich erschienenen Podcast von Tom Nelson präsentierte der britische Ingenieur und ehemalige Unternehmer Ed Hoskins eine detaillierte Kritik am europäischen Übergang zu erneuerbaren Energien. Seine zentrale Aussage lautet, dass Energiepolitik auf messbaren Leistungsdaten und technischen Berechnungen basieren sollte, nicht auf politischen Versprechen.

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Screenshot of British engineer Ed Hoskins discussing renewable energy costs and the laws of physics during an interview on Tom Nelson’s podcast.

Screenshot aus dem Podcast mit Ed Hoskins

Clintel Foundation
Datum: 11. Oktober 2026

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Hoskins, der sowohl Architekt als auch Zahnarzt ist, leitete zuvor Applied Research of Cambridge Ltd., ein Unternehmen, das sich zu einem international tätigen Konzern entwickelte. Seit seinem Umzug nach Frankreich im Jahr 2000 widmet er sich vorwiegend dem Klimawandel und der Energiepolitik. In seinem Vortrag vergleicht er acht Stromerzeugungstechnologien auf einer einheitlichen Basis: Onshore- und Offshore-Windkraft, Photovoltaik, Erdgas, Kohle, Kernenergie (fortgeschrittene Technologien), Biomasse und Wasserkraft. Anhand von Vergleichen hinsichtlich Stromerzeugung, Energierendite, Baukosten, Flächennutzung, CO₂-Emissionen und Betriebsdauer argumentiert Hoskins, dass Wind- und Solarenergie deutlich weniger produktiv und wesentlich teurer sind, als ihre Befürworter behaupten.

Das vollständige Interview können Sie unten ansehen:

Kapazitätsfaktoren

Hoskins beginnt mit dem, was er als das grundlegende Problem von Wind- und Solarenergie ansieht: ihren relativ niedrigen Kapazitätsfaktoren. Dieser Wert misst die tatsächlich erzeugte Strommenge innerhalb eines bestimmten Zeitraums im Vergleich zu der Menge, die bei kontinuierlichem Betrieb einer Anlage mit ihrer Nennleistung erzeugt würde.

Den Zahlen zufolge erreichen europäische Solaranlagen im Durchschnitt nur einen Kapazitätsfaktor von etwa 11 %, während Offshore-Windparks deutlich besser abschneiden als Onshore-Windparks. Hoskins schätzt, dass die kombinierte Produktivität europäischer Wind- und Solaranlagen von rund 20 % im Jahr 2020 auf etwa 15 % in aktuelleren Daten gesunken ist. Er hält diesen Rückgang angesichts der enormen Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien für besonders besorgniserregend.

Konventionelle Kraftwerke hingegen können mit deutlich höheren Kapazitätsfaktoren arbeiten. Hoskins nennt Werte im hohen 80er- und 90er-Prozentbereich für Gas-, Kohle- und Kernkraftwerke, wobei die tatsächliche Leistung je nach Kraftwerk und im Zeitverlauf variiert.

Diese Unterscheidung ist wichtig, argumentiert er, da die Angaben zur installierten Leistung einen irreführenden Eindruck davon vermitteln können, wie viel Strom ein System zuverlässig liefern kann. Ein Gigawatt Solarmodule entspricht nicht einem Gigawatt verlässlicher Erzeugungskapazität. Wind- und Solaranlagen müssen deutlich größer sein, um die gleiche jährliche Strommenge wie konventionelle Kraftwerke zu produzieren, und ihre Leistung bleibt wetterabhängig.

Die politischen Entscheidungsträger haben sich zu sehr auf die Nennleistung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien konzentriert und deren tatsächliche Leistung zu wenig beachtet.

Unterbrechungen und Backup

Die geringe durchschnittliche Produktivität ist nur ein Teil der Herausforderung. Die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie lässt sich nicht zwangsläufig erhöhen, wenn die Nachfrage steigt, oder verringern, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt. Stromsysteme müssen daher erhebliche Produktionsschwankungen ausgleichen können.

Hoskins argumentiert, dass zuverlässige Erzeugungskapazitäten zur Verfügung stehen müssen, um Zeiten auszugleichen, in denen Wind- und Solarenergie nicht ausreichen. Dies bedeutet, Gas-, Kohle- oder Kernkraftwerke neben Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien zu betreiben, anstatt anzunehmen, dass intermittierende Energiequellen konventionelle Kraftwerke einfach ersetzen können.

Überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien kann auch dann schwer zu nutzen sein, wenn die Produktion die Nachfrage übersteigt oder das Netz ihn nicht zu den Verbrauchern transportieren kann. Umgekehrt können Engpässe entstehen, wenn der Strombedarf am größten ist.

Um das Problem zu veranschaulichen, untersucht Hoskins die Windenergieerzeugung in Großbritannien, Deutschland und Frankreich im August und September 2023. Er identifiziert einen Zeitraum von etwa 42 Tagen, in denen die Windenergieproduktion deutlich unter ihrem Jahresdurchschnitt lag, darunter fünf Tage, an denen die Erzeugung in weiten Teilen Westeuropas außergewöhnlich niedrig war.

Bei den von ihm untersuchten Windkraftanlagen lag die durchschnittliche Leistung im Jahresverlauf bei etwa 23 % der installierten Leistung. Im 42-tägigen Zeitraum sank die Produktivität auf etwa 11 % und im fünftägigen Intervall sogar unter 6 %.

Hoskins schätzt, dass der daraus resultierende Mangel über den längeren Zeitraum etwa 15.000 Gigawattstunden betrug, mit einem Defizit von rund 2.500 Gigawattstunden an den fünf besonders schwachen Tagen, bezogen auf den von ihm verwendeten Referenzwert. Anschließend untersucht er, welche Batteriespeicherkapazität erforderlich wäre, um solche Defizite auszugleichen. Grundsätzlich stellt die Speicherung von Strom über längere Perioden geringer Windstromerzeugung eine enorme Herausforderung dar.

Energierendite

Hoskins untersucht anschließend den Energieertrag auf Basis des eingesetzten Energieaufwands (EROI): die Energiemenge, die eine Technologie liefert, im Verhältnis zu der Energie, die für ihren Bau, ihre Installation, ihre Wartung und ihren Support benötigt wird.

Er argumentiert, dass Wind- und Solarenergie in dieser Hinsicht deutlich schlechter abschneiden als konventionelle Energieerzeugung, während Kernenergie besonders gut abschneidet. Biomasse schneidet in seiner Bewertung ebenfalls schlecht ab.

Sein Argument lautet, dass eine Energiequelle einen erheblichen Überschuss über den Energieverbrauch für die Errichtung und den Betrieb der Infrastruktur hinaus erzeugen muss. Andernfalls werden die der Gesellschaft zur Verfügung stehenden wirtschaftlichen und industriellen Ressourcen durch den Aufwand zur Aufrechterhaltung der Energieerzeugung selbst verringert.

Hoskins kommt zu dem Schluss, dass Solarenergie in seinen Berechnungen besonders schlecht abschneidet, während Windkraft an Land nur einen relativ geringen Energieüberschuss liefert. Kernenergie und fossile Brennstoffe hingegen bieten einen deutlich höheren Ertrag.

Diese Schlussfolgerungen hängen von den Grenzen und Annahmen ab, die bei der Berechnung des EROI zugrunde gelegt werden, insbesondere davon, wie Bau, Brennstoffproduktion, Speicherung, Reservekapazität und Netzinfrastruktur berücksichtigt werden. Dennoch hält Hoskins den Vergleich für unerlässlich, um die tatsächlichen Kosten verschiedener Technologien zu verstehen.

Deutschlands Atomabschaltung

Deutschlands Entscheidung, seine verbleibenden Kernkraftwerke im Jahr 2023 abzuschalten, dient als prominentes Beispiel für das, was Hoskins als politische Ablehnung einer effektiven kohlenstoffarmen Stromerzeugung ansieht.

Die Kernenergie hatte zuvor einen erheblichen Anteil am deutschen Strombedarf gedeckt. Hoskins merkt an, dass sie vor etwa zehn Jahren noch rund ein Viertel der deutschen Stromerzeugung ausmachte. Er argumentiert, dass die Stilllegung dieser Kraftwerke eine große, wetterunabhängige Stromquelle beseitigt habe.

Seiner Ansicht nach war die Entscheidung in einem Land, das gleichzeitig Emissionsreduzierungen anstrebt und die Erzeugung fluktuierender erneuerbarer Energien ausbaut, besonders schwer zu rechtfertigen. Er vermutet, dass die politische Ablehnung der Kernenergie und nicht eine sachliche Bewertung der technischen Leistungsfähigkeit eine entscheidende Rolle spielte.

Hoskins erwähnt auch die Möglichkeit der Wiederinbetriebnahme einiger stillgelegter Anlagen, äußert aber gleichzeitig Unsicherheit darüber, ob dies machbar wäre.

Die übersehenen Emissions- und Landanforderungen

Der Podcast untersucht auch die Emissionen, die mit dem Bau von Stromerzeugungsinfrastruktur verbunden sind. Hoskins argumentiert, dass der CO₂-Fußabdruck der Herstellung und Installation von Windkraftanlagen und Solarmodulen neben den Emissionen im Betrieb berücksichtigt werden sollte.

Er verweist auf die energieintensive Produktion von Solarmodulen, insbesondere in China, wo Strom aus Kohlekraftwerken weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Auch Windkraftanlagen benötigen erhebliche Mengen an Stahl, Beton und anderen Materialien. Wasserkraftanlagen können aufgrund ihres Betonbedarfs einen beträchtlichen Materialaufwand verursachen.

Biomasse stößt auf besondere Kritik. Hoskins argumentiert, dass importierte Holzpellets die Ernte, Verarbeitung, Trocknung, Pelletierung und den Transport erfordern, was alles Energie verbraucht. Er zitiert eine Schätzung, wonach die damit verbundenen Emissionen fast viermal so hoch sein können wie die der Gaskraftwerke in dem von ihm verwendeten Vergleich.

Er lehnt daher die Annahme ab, Biomasse sei automatisch klimaneutral, nur weil nachwachsende Bäume möglicherweise einen Teil des freigesetzten Kohlenstoffs absorbieren. Der Zeitpunkt des Wiederaustriebs und die Emissionen entlang der gesamten Lieferkette seien bei der Bewertung der Klimawirkung entscheidend, argumentiert er.

Die Landnutzung ist ein weiteres Problem. Hoskins argumentiert, dass Solarparks erhebliche Flächen beanspruchen, die andernfalls landwirtschaftlich genutzt werden könnten. Besonders besorgt ist er über die Betonfundamente und andere Infrastrukturen, die auf Ackerland errichtet werden und seiner Ansicht nach die landwirtschaftliche Nutzung nach dem Ende der Lebensdauer einer Solaranlage erschweren könnten.

Windparks benötigen Zufahrtsstraßen, Fundamente und zusätzliche Infrastruktur, wobei die Flächen zwischen den Turbinen weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können. Da Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien weiträumig verteilt sind, argumentiert Hoskins außerdem, dass sie erweiterte Stromnetze, Transformatoren und weitere unterstützende Ausrüstung erfordern.

Seiner Einschätzung nach werden diese indirekten Anforderungen oft vernachlässigt, wenn erneuerbare Energietechnologien mit großen konventionellen Kraftwerken verglichen werden, die an relativ kompakten Standorten konzentriert sind.

Baukosten, Betriebsdauer und Wirtschaftlichkeit der Stromversorgung

Hoskins verwendet Kostenschätzungen der US-amerikanischen Energieinformationsbehörde (EIA) in Kombination mit beobachteten Kapazitätsfaktoren, um den Kapitalaufwand und die langfristigen Kosten verschiedener Erzeugungstechnologien zu vergleichen.

Seine Hauptthese lautet, dass Vergleiche, die sich ausschließlich auf die Installationskosten einer Kapazitätseinheit stützen, die Produktivitätslücke verschleiern. Onshore-Wind- und Solaranlagen mögen im Vergleich zu Gaskraftwerken konkurrenzfähig erscheinen, wenn man die anfänglichen Baukosten isoliert betrachtet. Offshore-Windkraft hingegen ist von vornherein teuer.

Hoskins argumentiert jedoch, dass sich das Bild dramatisch ändert, wenn die Kosten an die tatsächliche Stromerzeugung angepasst werden. Seinen Berechnungen zufolge ist Onshore-Windkraft etwa sechsmal so teuer wie Gaskraftwerke, Offshore-Windkraft etwa 15-mal so teuer und Solarenergie in dem von ihm präsentierten Vergleich fast zehnmal so teuer.

Seine Langzeitvergleiche berücksichtigen auch die unterschiedlichen erwarteten Betriebsdauern der Technologien. Hoskins geht von ungefähren Lebensdauern von 25 Jahren für Onshore-Windkraft, 20 Jahren für Offshore-Windkraft und 18 Jahren für Solaranlagen aus. Im Vergleich dazu schätzt er die Betriebsdauer von Gaskraftwerken auf 50 Jahre, von Kohlekraftwerken auf 60 Jahre und von Kernkraftwerken auf 70 Jahre, wobei einige Wasserkraftwerke sogar noch länger in Betrieb sein könnten.

Kürzere Lebensdauern bedeuten, dass die Infrastruktur für erneuerbare Energien häufiger ersetzt werden muss, was unter Umständen die Gesamtkosten über die gesamte Lebensdauer erhöht.

Vergleicht man die langfristigen Kosten unter Berücksichtigung der Produktivität, schätzt Hoskins, dass Offshore-Windkraft fast viermal so teuer sein kann wie Kernkraft, während Solarenergie etwa doppelt so teuer ist. Onshore-Windkraft nähert sich seinen Berechnungen hinsichtlich der Kosten der Kernkraft an, wenn die Produktivität mit einbezogen wird.

Es handelt sich hierbei um Hoskins’ eigene Vergleiche und nicht um allgemeingültige Schätzungen der Stromkosten. Die Ergebnisse können je nach Finanzierung, Standort, Brennstoffpreisen, Technologie, Systemintegration und den Annahmen zur Kostenverteilung variieren. Sein Argument lautet jedoch, dass solche Faktoren einheitlich bewertet werden müssen, bevor politische Entscheidungsträger eine Technologie als kostengünstiger als eine andere einstufen.

Ein politisches Versagen bei der Berechnung der Zahlen?

Hoskins ist der Ansicht, dass erneuerbare Energien von der Behauptung profitiert haben, sie seien deutlich günstiger als konventionelle Energieerzeugung. Er bestreitet diese Behauptungen und argumentiert, dass die tatsächliche Leistung, der Bedarf an Reservekapazitäten, die Infrastruktur, die Ersatzkosten und andere praktische Einschränkungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Er verweist auf die Installationszahlen für Deutschland und Großbritannien im Jahr 2025 und argumentiert, dass die Unterschiede in den Kapazitätsfaktoren bedeuten, dass erneuerbare Energiesysteme ein Vielfaches an installierter Leistung benötigen, um eine vergleichbare Stromproduktion zu erzielen. Seinen Schätzungen zufolge wäre in Deutschland etwa achtmal so viel und in Großbritannien sechsmal so viel Kapazität für erneuerbare Energien erforderlich, basierend auf dem von ihm präsentierten Vergleich.

Für Hoskins ist dies ein Beweis dafür, dass die Energiepolitik von politischem Ehrgeiz getrieben wurde, ohne dass grundlegende Berechnungen ausreichend berücksichtigt wurden.

Er beruft sich auf die Arbeit des verstorbenen Physikers und ehemaligen wissenschaftlichen Beraters des britischen Energieministeriums, David MacKay, dessen Buch „Sustainable Energy – Without the Hot Air“ die quantitative Analyse von Energieentscheidungen betonte. Hoskins schlussfolgert: „Die Menschheit muss der Arithmetik und den Gesetzen der Physik wirklich Beachtung schenken.“

Er argumentiert, dass die Summen, die im Rahmen der europäischen Energiewende anfallen, Billionen von Dollar betragen und dass eine strengere Bewertung teure politische Fehler hätte verhindern können.

Klimawandel und die zukünftige Rolle von CO2

Im Schlussteil des Podcasts wendet sich Hoskins von der Energieökonomie der Klimawissenschaft zu. Er argumentiert, dass der zukünftige Erwärmungseffekt von zusätzlichem atmosphärischem Kohlendioxid durch abnehmende Erträge bei steigenden Konzentrationen begrenzt wird. Er betont außerdem die Rolle des Wasserdampfs im atmosphärischen Treibhauseffekt.

Hoskins nutzt diese Argumente, um zu hinterfragen, ob die erwarteten Klimavorteile die wirtschaftlichen Kosten der Energiewende rechtfertigen. Er vermutet, dass westliche Länder ihre Wirtschaft und Energiesicherheit geschwächt haben könnten, indem sie eine Politik verfolgten, die auf übertriebenen Ängsten vor der globalen Erwärmung beruhte.

Seine Schlussfolgerungen üben starke Kritik an der gängigen Klimapolitik. Seine zentrale Herausforderung ist klar: Regierungen sollten Energietechnologien anhand der tatsächlich erzeugten Elektrizität, ihrer gesamten Systemkosten, ihres Materialbedarfs und ihrer Nutzungsdauer bewerten – und nicht allein anhand ihrer installierten Kapazität oder ihrer politischen Attraktivität.

Übersetzung: Eric Vieira

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By |2026-10-11T00:07:43-07:0011 October 2026|Climate Change|0 Comments

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