Was für ein Witz: Die großen Technologiekonzerne auf dem Weg zur Klimaneutralität
Die Versprechen der großen Technologiekonzerne, Klimaneutralität zu erreichen, kollidieren mit dem Energiebedarf des KI-Booms. Der CO₂-Fußabdruck von Google und Meta steigt weiter an, was unbequeme Fragen aufwirft, ob ihre Klimaverpflichtungen jemals realistisch waren, so Francis Menton.
Im Juli 2024 hatte ich einen Beitrag mit dem Titel „Die großen Technologiekonzerne auf dem Weg zur Klimaneutralität“ veröffentlicht”. Hier der Einleitungsparagraph:
Unter den Anhängern des Klimawandel-Kults gibt es wohl kaum jemanden, der sich so selbstgerecht gibt wie die großen Technologiekonzerne – Google, Microsoft und Meta. Diese neuen Wirtschaftsgiganten halten sich für völlig anders als die schmutzigen Industrieunternehmen der Vergangenheit, etwa die Stahl-, Automobil- oder Ölproduzenten mit ihren rauchenden Schornsteinen. Jeder dieser neuen Tech-Giganten verkündet lautstark sein heiliges und unerschütterliches Bekenntnis zu „Netto-Null“-Emissionen bis zu einem bestimmten baldigen Zeitpunkt, meist 2030.
Zum Zeitpunkt dieses Beitrags waren alle drei dieser großen Technologiekonzerne, neben der Verfolgung ihrer eigenen angeblichen Wege zur „Netto-Null“, auch in unterschiedlichem Maße daran beteiligt, jeden zu zensieren und/oder zu entmonetarisieren und/oder abzuwerten, der es wagte, vom sogenannten „Klimakonsens“ abzuweichen – was auch immer das sein mag.
Und während sie jeden zensierten und dessen Monetarisierung einschränkten, der von der Klimareligion abwich, veröffentlichte jeder dieser Tech-Giganten seine eigenen jährlichen „Umwelt“- oder „Nachhaltigkeits“-Berichte, in denen er seine strikte Einhaltung der offiziellen Doktrin verkündete. Mein Beitrag von 2024 verlinkte auf die Berichte von Google und Microsoft für 2024 sowie auf den damals aktuellsten Bericht von Meta aus dem Jahr 2023. Diese Berichte von Google und Meta sind hier und hier zu finden; der Microsoft-Bericht von 2024 scheint auf mysteriöse Weise aus dem Internet verschwunden zu sein.
KI-Wahn
Im Jahr 2024 stand der KI-Hype und der rasante Infrastrukturausbau der Tech-Giganten noch ganz am Anfang. Heute liefern sie sich alle einen regelrechten Wettlauf darum, am meisten und am schnellsten zu bauen. Vor diesem Hintergrund wirken die aufgeblasenen „Nachhaltigkeitsberichte“ von 2023 und 2024 geradezu unterhaltsam. Hier einige Auszüge aus der Einleitung des Google-Berichts 2024:
Seit unseren Anfängen verfolgen wir ehrgeizige Ziele für eine nachhaltigere Zukunft. Um unseren ökologischen Fußabdruck zu minimieren, haben wir eine weltweit führende, effiziente Infrastruktur für das KI-Zeitalter aufgebaut. Wir streben danach, die energieeffizienteste Computerinfrastruktur der Welt zu schaffen. 2017 war Google das erste große Unternehmen, das seinen weltweiten Jahresstromverbrauch zu 100 % mit erneuerbarer Energie deckte – ein Ziel, das wir seitdem jedes Jahr erreicht haben [was auch immer das heisst]… Aufbauend auf unseren Fortschritten der ersten zwei Jahrzehnte starteten wir 2020 unser drittes Jahrzehnt des Klimaschutzes – unser bisher ambitioniertestes. Wir haben uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 in all unseren Geschäftsbereichen entlang unserer Wertschöpfungskette die Klimaneutralität zu erreichen.
Und aus dem Meta-Nachhaltigkeitsbericht 2023:
Wir streben nun Klimaneutralität entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette und eine positive Wasserbilanz in all unseren Geschäftsbereichen an und wollen beide Meilensteine bis 2030 erreichen. Metas Ziel der Klimaneutralität bis 2030 konzentriert sich darauf, Nachhaltigkeit in all unsere Aktivitäten zu integrieren – von der Produktentwicklung über die Art der Fortbewegung und die Auswahl von Baumaterialien bis hin zur Zusammenarbeit mit Lieferanten bei der Festlegung ihrer eigenen Klimaneutralitätsziele. Beispielsweise arbeiten wir im Rahmen unseres Netto-Null-Programms eng mit Lieferanten zusammen, um deren Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen zu ermitteln, Reduktionsziele festzulegen und strategische Maßnahmen zu fördern. … Wir setzen uns für den Schutz dessen ein, was wirklich wichtig ist: das Wohlergehen der Menschen und unseres Planeten. … [Wir] ergreifen entschlossene Klimaschutzmaßnahmen, indem wir unseren ökologischen Fußabdruck minimieren, erneuerbare Energien fördern, Wasserressourcen wiederherstellen, unsere Lieferanten einbeziehen und uns für Klimagerechtigkeit einsetzen.
Blablabla.
Mehr Blabla
Nun, spulen wir vor bis Juli 2026 – der Ausbau von KI und Rechenzentren ist in vollem Gange – und Google hat gerade die Version 2026 seines Berichts veröffentlicht. Hier ist der Link zum Google-Bericht 2026 – ganze 116 Seiten lang. Man sollte meinen, sie würden einfach aufgeben und diesen Unsinn hinter sich lassen, aber stattdessen versuchen sie, ihre großspurigen Reden aufrechtzuerhalten. Die Zusammenfassung ist nichts anderes als Ablenkungsmanöver.
Bei Google setzen wir uns mit Nachdruck für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Umweltauswirkungen unserer Geschäftstätigkeit ein und wollen das Potenzial der KI zum Wohle unseres Planeten nutzen… Die KI-Revolution hat die letzten fünf Jahre besonders transformativ gestaltet, und wir sind stolz auf die erzielten Fortschritte. Allein im Jahr 2025 haben wir Verträge über mehr als 12 GW an neuer sauberer Energie abgeschlossen. Durch die Kombination dieser Rekordbeschaffung mit unserer branchenführenden Infrastruktur arbeiten wir daran, jedes Megawatt so effizient wie möglich zu nutzen. Mit demselben visionären Geist haben wir zu Beginn des Jahrzehnts ambitionierte Ziele für Netto-Null-Emissionen und eine rund um die Uhr verfügbare, kohlenstofffreie Energieversorgung (CFE) formuliert. Diese Ziele waren bewusst hochgesteckt und darauf ausgelegt, die Grenzen des Machbaren in Energiesystemen und Rechenzentrumsbetrieb zu erweitern. Unsere ambitionierten Ziele haben uns dazu gebracht, diese Herausforderung anzunehmen, und auch der Umfang unserer Wirkung hat sich sprunghaft verändert. Im Jahr 2025 haben wir achtmal so viel saubere Energie vertraglich vereinbart wie 2019. Darüber hinaus entsprechen die Emissionen, die wir 2025 erfolgreich vermieden haben, dem Siebenfachen unseres ambitionierten CO₂-Fußabdrucks für das Jahr 2019…
Noch mehr Blablabla. Leute, euer Versprechen war nicht, mehr „saubere Energie“ zu beschaffen oder „jedes Megawatt so effizient wie möglich zu nutzen“. Es ging um Klimaneutralität bis 2030. Gibt es da irgendwelche Fortschritte?
Witz
Die Antwort finden Sie auf Seite 69, im Abschnitt „Fortschrittsbericht/CO2-Fußabdruck“.
Im Jahr 2025 beliefen sich unsere gesamten ambitionierten Emissionen auf rund 14,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. … Unsere gesamten ambitionierten Emissionen stiegen im Vergleich zu 2024 um 18 % – hauptsächlich bedingt durch den Anstieg der Aktivitäten in der Lieferkette, der das rasante Wachstum unseres Unternehmens unterstützte. Wir sind uns bewusst, dass unsere Klimawirkung parallel zum beispiellosen Wachstum der KI zugenommen hat, und arbeiten aktiv daran, diese Auswirkungen zu minimieren.
Was für ein Witz.
Bei Meta hinkt man mit der Berichterstattung weiterhin ein Jahr hinterher. Die Kernaussage bleibt jedoch dieselbe. Hier ist ein Link zu ihrem (aktuellsten) „Nachhaltigkeitsbericht 2025“. Auch die Einleitung enthält irreführende Informationen:
Wir verfolgen einen vielschichtigen Ansatz zur Umsetzung von Strategien zur Emissionsreduzierung. Dieser umfasst die Beschaffung sauberer und erneuerbarer Energien sowie die Erforschung innovativer Technologien wie Energiespeicherung und Geothermie. Dank unserer Beschaffung sauberer und erneuerbarer Energien konnten wir unsere Emissionen seit 2021 um 23,8 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalent (CO₂e) reduzieren.
Ich habe den gesamten Bericht durchgelesen und finde keinen direkten Vergleich der Emissionen von 2025 mit denen von 2023. Vielleicht habe ich ihn übersehen. Auf Seite 70 gibt es einen Link mit der Bezeichnung „Umweltkennzahlen“. Dort steht nicht einmal, was sich dahinter verbirgt, aber dort findet man eine Grafik mit der Überschrift „Gesamte Treibhausgasemissionen“. Diese werden für 2023 mit 7.443.182 Tonnen CO₂-Äquivalent und für 2024 (das letzte Jahr mit verfügbaren Daten) mit 8.150.595 Tonnen angegeben. Das entspricht einem Anstieg von etwa 9,5 % innerhalb eines Jahres.
Yahoo
Und hier die neuesten Informationen zu Meta, nicht von Meta selbst, sondern von Yahoo Finance vom 24. Juli:
Meta gibt Engagement für saubere Energie inmitten des Ausbaus gasbetriebener Rechenzentren auf. Der Social-Media-Riese bestätigte am Freitag, dass er sich von der globalen Initiative führender Unternehmen zurückgezogen hat, ihren gesamten Strombedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Laut einem Archiv der Wayback Machine auf der Website von RE100 hatte sich Meta der Initiative 2016 angeschlossen. Der Ausstieg erfolgt inmitten eines rasanten Ausbaus von Rechenzentren durch führende Technologieunternehmen. Meta hat Verträge mit Energieversorgern abgeschlossen, um neue Gaskraftwerke in Betrieb zu nehmen, darunter allein zehn für sein Hyperion-Rechenzentrum in Louisiana.
Mir ist klar, dass ein gewisses Maß an Heuchelei in dieser Welt unvermeidlich ist. Doch angesichts der Selbstgerechtigkeit, die diese Leute an den Tag gelegt haben, ganz zu schweigen von der Zensur anderer, sollte niemand vergessen, dass das Ganze ein Betrug war, von Anfang an.
Dieser Artikel wurde erstmals am 30. Juli 2026 auf Manhattan Contrarian veröffentlicht.

Francis Menton
Zum 31. Dezember 2015 ging Francis Menton nach über 40 Jahren (davon 31 Jahre als Partner) bei der Anwaltskanzlei Willkie Farr & Gallagher LLP in den Ruhestand. Danach konnte er sich verstärkt seinem Blog „Manhattan Contrarian“ widmen. Er schreibt provokante Beiträge aus dem New Yorker West Village, wo die Bewohner laut Menton unter einer erdrückenden politischen und ideologischen Orthodoxie leiden. Sie können Menton auf Twitter folgen, indem Sie auf diesen Link klicken.
Übersetzung: Eric Vieira
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Voorbeeld: However, some people are so concerned about the ways to push climate change and CO₂ reduction that they are going out of their minds, according to Lindzen. “They’re showing this temperature graph. And I think they’re realizing people are saying, you know, you draw it like this (going sharply up – HS), but this is one degree. That’s not much. And they’re worried: this is not getting people worried enough. So they’re saying: well, showing them a flood, showing them a storm, that would be visually convincing,” he says. And as it happens, there are always places on Earth that suffer from extreme weather in a way that occurs only once in a hundred years. “And people don’t figure it out that a once in a hundred years event is occurring some place on Earth every month, or five places every month. You have a picture of that. You now put that on television and you can associate ‘climate change’ with something dramatic,” Lindzen says. “The fact that they had to go to that to convince people suggests it was a fake issue because they’re clearly using something that would be normally called false advertising,” he adds.
Voorbeeldtekst: However, some people are so concerned about the ways to push climate change and CO₂ reduction that they are going out of their minds, according to Lindzen. “They’re showing this temperature graph. And I think they’re realizing people are saying, you know, you draw it like this (going sharply up – HS), but this is one degree. That’s not much. And they’re worried: this is not getting people worried enough. So they’re saying: well, showing them a flood, showing them a storm, that would be visually convincing,” he says. And as it happens, there are always places on Earth that suffer from extreme weather in a way that occurs only once in a hundred years. “And people don’t figure it out that a once in a hundred years event is occurring some place on Earth every month, or five places every month. You have a picture of that. You now put that on television and you can associate ‘climate change’ with something dramatic,” Lindzen says. “The fact that they had to go to that to convince people suggests it was a fake issue because they’re clearly using something that would be normally called false advertising,” he adds.
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