Bei der Fußball-WM geht es um Fußball, nicht Klimaschuld!
Der Versuch, die Fußball-WM in eine Klimadebatte zu verwandeln, ignoriert Kontext, Vergleichsmaßstab und gesunden Menschenverstand, so Anthony Watts. Es ist ein Paradebeispiel für die Tendenz des modernen Klimajournalismus, den Klimawandel in nahezu jedes erdenkliche Thema hineinzuzwängen.
Yahoo Sports behauptet, der „Klimawandel sei der stille Schiedsrichter der Weltmeisterschaft“ und warnt, das Turnier 2026 könnte die „umweltschädlichste Fußball-WM aller Zeiten“ werden. Diese Aussage ist extrem irreführend. Der Artikel versucht, eines der größten Sportereignisse der Welt zu einer moralischen Klimadebatte zu stilisieren und ignoriert dabei Kontext, Vergleichsmaßstab, gesunden Menschenverstand und vor allem die Tatsache, dass Kohlendioxid (CO₂) im herkömmlichen Sinne kein Schadstoff ist.
Der erste Hinweis findet sich bereits in der Überschrift. Der Klimawandel soll angeblich der „stille Schiedsrichter“ der Weltmeisterschaft sein. Nicht die Spieler. Nicht die Trainer. Nicht die Schiedsrichter. Nicht die Milliarden von Fans, die das Turnier genießen, nein, es ist der „Klimawandel“.
Dies ist ein Paradebeispiel für die Tendenz des modernen Klimajournalismus, den Klimawandel in nahezu jedes erdenkliche Thema hineinzuzwängen. Wenn Menschen sich versammeln, reisen, feiern, Wettkämpfe austragen oder Energie verbrauchen, berechnet unweigerlich jemand ihren CO₂-Fußabdruck und erklärt dies zur Krise.
Trivial
Der Artikel warnt davor, dass die Fußball-WM 2026 dreimal so viele Emissionen verursachen könnte wie die WM 2022 in Katar, da das Turnier über drei Länder stattfindet und mehr Mannschaften und Fans umfasst. Doch selbst wenn man diese Schätzungen unkritisch übernimmt, sind die Zahlen im globalen Kontext vernachlässigbar.
Laut FIFA-Schätzungen für die letzten Turniere kann eine Weltmeisterschaft im Laufe der Veranstaltung mehrere Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent erzeugen. Das klingt enorm, bis man es mit den globalen Emissionen vergleicht.
Die Welt emittiert derzeit jährlich etwa 40 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht ungefähr 110 Millionen Tonnen pro Tag. Selbst wenn die gesamte Fußball-Weltmeisterschaft 2026 insgesamt 10 Millionen Tonnen CO₂ verursachen würde – eine Schätzung, die weit über vielen Prognosen liegt –, wären das weniger als 10 Prozent der globalen Tagesemissionen. Das Turnier dauert etwa fünf Wochen. Im gleichen Zeitraum wird die Menschheit etwa 4 Milliarden Tonnen CO₂ ausstoßen.
- Der Balken für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist im Verhältnis zu den globalen Emissionen so klein, dass er auf einem Diagramm mit korrekter Größe fast unsichtbar ist. Diese nur ein Pixel hohe Linie ist in Wirklichkeit etwa dreimal so groß wie in der Realität, aber das war die kleinstmögliche Größe, um sie hier sichtbar zu machen.
- Selbst bei einer hohen Einschätzung würden die Emissionen der Weltmeisterschaft etwa 0,25 Prozent der globalen Emissionen während des Turnierzeitraums ausmachen.
- Anders ausgedrückt: Das gesamte Turnier würde etwa die gleiche Menge CO2 erzeugen, die die Menschheit in etwas mehr als zwei Stunden ausstößt.
Anders gesagt: Der Beitrag der Weltmeisterschaft ist im Verhältnis zu den globalen Emissionen so gering, dass er praktisch einem vernachlässigbaren Rundungsfehler gleichkommt.
Selektive Empörung
Die selektive Empörung wird noch deutlicher, wenn man die Fußball-WM mit anderen Großveranstaltungen vergleicht, die regelmäßig von denselben politischen und medialen Kreisen gefeiert werden, die sich obsessiv mit den Emissionen von Sportstätten beschäftigen.
Nehmen wir beispielsweise die jährlichen UN-Klimakonferenzen. Die COP28 in Dubai lockte rund 85.000 Teilnehmer an. Delegierte, Aktivisten, Journalisten, Beamte, Lobbyisten, Prominente und Staatsoberhäupter reisten aus allen Teilen der Welt an, um an einer Konferenz zur Emissionsreduzierung teilzunehmen. Tausende flogen mit Privatjets ein, wohnten in Luxushotels, reisten in Autokorsos und belegten wochenlang klimatisierte Kongresszentren.
Ebenso erfordern die Olympischen Spiele einen enormen internationalen Reiseaufwand, umfangreiche Infrastruktur, Rundfunkübertragungen und einen immensen Energieverbrauch. Der Parteitag der Demokraten und andere große politische Veranstaltungen ziehen Zehntausende von Teilnehmern an und erfordern Charterflüge, umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen und große temporäre Einrichtungen.
Dennoch bezeichnen Medien die COP-Konferenzen oder die Olympischen Spiele nur selten (wenn überhaupt) als Klimakatastrophen.
Offenbar ist es akzeptabel, Zehntausende von Politikern und Aktivisten zu Klimakonferenzen einzufliegen, aber Fußballfans zur Weltmeisterschaft einzufliegen, ist irgendwie ein Problem.
Yahoo Sports widmet viel Zeit dem Lob von Nachhaltigkeitsprogrammen in Stadien, Solaranlagen, Recyclingbemühungen, Kompostierungsinitiativen, Regenwassernutzungssystemen und dem Bestreben nach Klimaneutralität. Ob sich diese Maßnahmen aus Umwelt- und Energiesicht als sinnvolle betriebliche Verbesserungen erweisen, ist ungewiss; sie verdeutlichen aber auch, wie weit sich die Diskussion von der praktischen Realität entfernt hat.
Moderne Stadien streben bereits nach Effizienz, weil Effizienz Kosten spart. Niedrigere Stromrechnungen sind wirtschaftlich sinnvoll. Geringere Kosten für die Abfallentsorgung sind wirtschaftlich sinnvoll. Wassereinsparung ist wirtschaftlich sinnvoll. Diese Maßnahmen bedürfen keiner Klimaschutzbeschimpfung, um sie zu rechtfertigen.
Noch wichtiger ist jedoch, dass keine dieser Bemühungen etwas an der grundlegenden Tatsache ändert, dass große Sportveranstaltungen existieren, weil die Menschen sie genießen.
Die Fußball-Weltmeisterschaft ist eines der größten Kulturereignisse der Menschheit. Milliarden Menschen schauen zu. Millionen sind live dabei. Fans reisen an, weil sie dieses Erlebnis schätzen. Spieler treten an, weil das Turnier den Höhepunkt ihrer Sportart darstellt. Diese Aktivität ist kein gesellschaftliches Problem, das einer Korrektur bedarf.
Nicht schädlich
Der Artikel behandelt Kohlendioxidemissionen so, als ob sie grundsätzlich schädlich wären. Dabei sind es dieselben fossilen Brennstoffe, die CO₂ ausstoßen und Flugzeuge, Stadien, Fernsehsender, Hotels und Verkehrsnetze antreiben, die globale Großveranstaltungen wie die Fußball-Weltmeisterschaft überhaupt erst ermöglichen. Ohne reichlich und bezahlbare Energie gäbe es kein globales Turnier, das Milliarden von Menschen über Kontinente hinweg verbindet. Fossile Brennstoffe ermöglichen auch moderne Landwirtschaft, Medizin, Elektronik und Infrastruktur – kurzum, sie ermöglichen unseren heutigen Lebensstandard. Ohne sie würde die Welt technologisch und hinsichtlich der Emissionen noch immer auf dem Stand der 1840er-Jahre oder davor leben.
Der vielleicht aufschlussreichste Aspekt des Artikels ist das, was er auslässt. Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass die Weltmeisterschaft Klimakatastrophen verursacht. Keine Beweise liegen vor, dass Fußballturniere Wettermuster verändern. Es gibt keine Beweise dafür, dass die Stadionbesucher messbare Auswirkungen auf die globalen Temperaturen haben. Lediglich gibt es einen berechneten CO₂-Fußabdruck und die vorgefasste Meinung, dass jede emissionsverursachende Aktivität zwangsläufig zu Klimaproblemen beiträgt.
Die Tatsache, dass Journalisten sich zunehmend genötigt fühlen, jede größere menschliche Aktivität als Teil einer Klimakrise darzustellen, sagt weit mehr über die Prioritäten der modernen Medien aus, als über den Zustand der Atmosphäre. Yahoo Sports sollte sich auf Sport konzentrieren, denn jeder Versuch, Sportveranstaltungen als Beitrag zu einer Klimakatastrophe zu bezeichnen, ist völlig verfehlt.
Dieser Artikel wurde erstmals am 18. Juni 2026 auf ClimateREALISM veröffentlicht.

Anthony Watts
Anthony Watts ist Senior Fellow für Umwelt und Klima am Heartland Institute. Seit 1978 arbeitet er als Wetterexperte im Fernsehen und Radio, sowohl vor als auch hinter der Kamera. Er hat Wettergrafiksysteme für das Fernsehen und spezielle Wetterinstrumente entwickelt und an Fachartikeln zu Klimathemen mitgewirkt. Er betreibt die weltweit meistbesuchte Website zum Thema Klima, die preisgekrönte Website wattsupwiththat.com.
Übersetzung: Eric Vieira
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