Kathryn Porter: „Das gesamte System gerät ins Wanken.“
Policymakers and media institutions underestimate the dangers created by unreliable energy systems and rising electricity costs, energy analyst Kathryn Porter recently stated on the Heretics podcast. But she thinks the problem is much bigger than that: “Societies entering periods of political and economic stress, often become more authoritarian. The whole model is starting to crumble.”
In dieser Folge des Heretics-Podcasts interviewt Moderator Andrew Gold die Energieanalystin Kathryn Porter über die Folgen von Netto-Null-Energiepolitiken, die Angst der Öffentlichkeit vor dem Klimawandel, die Fragilität der europäischen Stromnetze und die weiterreichenden politischen und kulturellen Auswirkungen der Umweltideologie.
Das vollständige Gespräch können Sie hier einsehen:
Porter warnt einleitend davor, dass die aktuelle Energiepolitik ernsthafte Risiken für die Bevölkerung birgt. Sie argumentiert, dass teure und unsichere Energiesysteme bereits jetzt tödliche Folgen haben, und verweist auf die erhöhte Zahl der Todesfälle im Winter in Großbritannien aufgrund von Energiearmut sowie auf die Todesfälle im Zusammenhang mit dem Stromausfall in Spanien im April 2025. Gleich zu Beginn des Gesprächs stellt sie unmissverständlich fest: „Ich möchte die Menschen aufrütteln, denn der Weg, den wir eingeschlagen haben, hat wirklich beängstigende Konsequenzen.“ Laut Porter unterschätzen Politik und Medien die Gefahren unzuverlässiger Energiesysteme und steigender Stromkosten. Sie argumentiert, dass Tausende von Todesfällen in Großbritannien aufgrund von Energiearmut weit weniger Beachtung finden als Klimaprognosen für die ferne Zukunft.
Klimakommunikation
Ein zentrales Thema des Interviews ist Porters Kritik an der ihrer Ansicht nach übertriebenen Klimaberichterstattung. Sie argumentiert, dass Medien routinemäßig gewöhnliche Wetterereignisse als Beweis für eine Klimakatastrophe darstellen und damit zu weitverbreiteter Angst in der Bevölkerung beitragen. Sie spottet über reißerische Schlagzeilen über Rekordtemperaturen und kritisiert Behauptungen, die Ozeane würden „kochen“, da solche Rhetorik wissenschaftlich irreführend und emotional manipulativ sei. Porter betont wiederholt, dass sie den Klimawandel an sich nicht leugnet, sondern die öffentliche Diskussion, als unverhältnismäßig und an wissenschaftlicher Kompetenz mangelt. Sie beharrt darauf: „Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass wir auch nur annähernd von einer existenziellen Bedrohung durch das Klima betroffen sind“, und argumentiert, dass Klimarisiken von Politikern und Journalisten häufig übertrieben dargestellt würden.
Das Gespräch verlagert sich anschließend auf die Psychologie der Umweltpolitik. Porter argumentiert, dass viele Befürworter aggressiver Netto-Null-Politiken den Klimawandel als existenzielle Bedrohung betrachten, was wiederum extreme Maßnahmen rechtfertigt. Sie vergleicht die Intensität des modernen Klimaaktivismus mit religiösem Eifer und zieht historische Parallelen zur Reformation und zur spanischen Inquisition. Laut Porter sind Menschen bereit, schädliche Maßnahmen zu unterstützen, weil sie glauben, damit eine größere Katastrophe in der Zukunft zu verhindern. Sie argumentiert, dass die Klimapolitik zunehmend einem moralischen Kreuzzug ähnelt, in dem Andersdenkende beinahe, wie Ketzer behandelt werden.
Schäden
Eines von Porters Hauptargumenten ist, dass die Klimapolitik Kosten-Nutzen-Analysen oft außer Acht lässt. Regierungen vergleichen selten die wirtschaftlichen und sozialen Kosten von Dekarbonisierungsmaßnahmen mit den Schäden, die sie angeblich verhindern wollen. Sie kritisiert Ziele wie die Begrenzung der Erderwärmung auf ein Grad Celsius oder das Erreichen von Netto-Null-Emissionen bis 2050 als willkürliche politische Vorgaben und nicht als wissenschaftlich fundierte Maßstäbe. Ihrer Ansicht nach lassen sich politische Entscheidungsträger mehr von Ideologie als von pragmatischen Einschätzungen des menschlichen Wohlergehens leiten.
Das Interview beleuchtet auch, wie Angst und mediale Narrative die öffentliche Meinung beeinflussen. Porter argumentiert, dass vielen Bürgern das wissenschaftliche oder mathematische Wissen fehlt, um Klimabehauptungen kritisch zu bewerten. Daher seien die Menschen anfällig für emotional aufgeladene Schlagzeilen und politische Botschaften. Sie weist zudem darauf hin, dass viele dramatische Klimaprognosen der vergangenen Jahrzehnte nicht eingetroffen sind, beispielsweise Warnungen, London oder die Niederlande stünden heute unter Wasser oder die Arktis würde während der Sommermonaten dauerhaft eisfrei sein. Laut Porter untergraben diese fehlgeschlagenen Vorhersagen das Vertrauen der Öffentlichkeit und verdeutlichen die Gefahren einer zu starken Vereinfachung hochkomplexer Klimasysteme.
Stromausfälle
Ein wesentlicher Teil des Interviews befasst sich mit Stromnetzen und Stromausfällen. Porter erläutert detailliert die Funktionsweise moderner, auf erneuerbaren Energien basierender Stromversorgungssysteme und warum diese zunehmend anfälliger werden. Am Beispiel des Stromausfalls in Spanien beschreibt sie, wie ein defekter Solarwechselrichter mutmaßlich Störungen im Netz verursachte, die zu einem großflächigen Ausfall führten. Sie erklärt, dass erneuerbare Energiesysteme auf elektronische Wechselrichter angewiesen sind, um sich mit dem Wechselstromnetz zu synchronisieren, und dass diese Systeme bei Instabilitäten schnell abschalten können.
Porter prognostiziert, dass ähnliche Netzausfälle in ganz Europa häufiger auftreten könnten. Sie nennt Spanien als Beispiel für ein System, das bereits Anzeichen von Überlastung zeigt. Sie erklärt, wie negative Strompreise Solarparks dazu veranlassen können, ihre Stromerzeugung abrupt abzuschalten, was zu Versorgungsengpässen und einer Destabilisierung der Netzfrequenz führt. Sobald die Frequenz zu niedrig sinkt, schalten automatische Schutzsysteme die Generatoren ab, um physische Schäden zu vermeiden, was möglicherweise innerhalb von Sekunden großflächige Stromausfälle verursachen kann. Porter weist darauf hin, dass das schottische Stromnetz bereits unter Druck steht und warnt davor, dass die Kombination aus intermittierender Stromerzeugung, unzureichender Netzinfrastruktur und sinkender konventioneller Kraftwerkskapazität letztendlich zu einem großflächigen Blackout führen könnte, ähnlich wie das in Spanien besprochene.
Komplizierter
Ein weiteres wichtiges Thema ist der Wandel des britischen Strommarktes seit der Privatisierung in den 1980er Jahren und den Reformen im Jahr 2000. Porter erklärt, dass der Netzausgleich deutlich komplexer geworden ist, da die Stromerzeugung heute auf Tausende von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien verteilt ist, anstatt auf eine geringe Anzahl großer konventioneller Kraftwerke. Sie merkt an, dass der nationale Netzbetreiber (National Energy System Operator) in bestimmten Zeiträumen Zehntausende von Ausgleichsanweisungen erteilen kann und dass die Kosten für den Netzausgleich stark gestiegen sind.
Das Interview kehrt immer wieder zu den sozialen Folgen der Energiepolitik zurück. Porter argumentiert, dass Netto-Null-Emissionen im Grunde „eine reine Luxusglaube“ seien, der vor allem von wohlhabenden Gesellschaften vertreten werde, die noch nie echte Energieunsicherheit erlebt hätten. Mit Blick auf Gespräche mit afrikanischen Delegierten auf internationalen Konferenzen erklärt sie, dass viele Entwicklungsländer Industrialisierung und Armutsbekämpfung über Klimaziele stellten. Sie erläutert, dass der Zugang zu billigem Erdgas in vielen ärmeren Ländern als unerlässlich für Wirtschaftswachstum, Industrialisierung und Nahrungsmittelproduktion angesehen werde.
Die Diskussion unterstreicht die tiefe Abhängigkeit der Gesellschaft von fossilen Brennstoffen. Porter merkt an, dass Erdöl nicht nur für Transport und Energie, sondern auch in Krankenhäusern, Kunststoffen, Medizintechnik, Arzneimitteln und unzähligen Industrieprodukten verwendet wird. Sie argumentiert, dass viele Menschen unterschätzen, wie tief Kohlenwasserstoffe in die moderne Zivilisation integriert sind. Sie weist darauf hin, dass nahezu jede Komponente in einem Krankenhaus – von Böden und Wänden bis hin zu Spritzen und Medikamenten – auf erdölbasierten Materialien beruht.
Der Wind und die Sonne sind nicht gratis
Die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien wird von Porter immer wieder kritisiert. Sie bestreitet die weitverbreitete Annahme, erneuerbare Energien seien grundsätzlich günstig. „Man denkt, erneuerbare Energien seien günstig, weil Wind und Sonne kostenlos sind“, sagt sie. Sie argumentiert, dass Wind und Sonnenlicht zwar selbst nichts kosten, die Infrastruktur zur Umwandlung in zuverlässigen Strom jedoch enorm teuer ist. Laut Porter geben Regierungen Milliarden für die Subventionierung erneuerbarer Energien aus, während sie gleichzeitig weiterhin stark auf Gaskraftwerke als Reserve angewiesen sind, um die Versorgungssicherheit bei ungünstigen Wetterbedingungen zu gewährleisten.
Sie argumentiert weiterhin, dass erneuerbare Energiesysteme massive Investitionen in die Netzinfrastruktur erfordern, da Wind- und Solarparks geografisch weit verstreut sind und nur zeitweise Strom liefern. Im Gegensatz dazu können konventionelle Gaskraftwerke große Mengen Strom, aus vergleichsweise kompakten Anlagen erzeugen, die direkt an die bestehende Infrastruktur angeschlossen sind. Diese technischen und logistischen Gegebenheiten würden in der öffentlichen Debatte oft ignoriert.
Eliten
Die politische Dimension der Klimaneutralität rückt in der zweiten Hälfte der Diskussion zunehmend in den Mittelpunkt. Porter argumentiert, dass Eliten und politische Entscheidungsträger vor den wirtschaftlichen Folgen teurer Energiepolitiken abgeschirmt seien. Sie verwirft jedoch die Idee einer koordinierten globalen Verschwörung. Stattdessen geht sie davon aus, dass politische Führungskräfte tatsächlich glauben, zum Wohle der Allgemeinheit zu handeln, selbst wenn ihre Politik ärmere Bürger unverhältnismäßig stark trifft. Ihrer Interpretation zufolge liegt das Problem weniger in böswilliger Absicht als vielmehr in ideologischer Gewissheit, gepaart mit der Abschirmung vor finanziellen Notlagen.
Dies führt zu einer umfassenderen Diskussion über Staatsmacht und Meinungsfreiheit. Porter argumentiert, dass westliche Regierungen zunehmend versuchen, den öffentlichen Diskurs zu kontrollieren, insbesondere in Bezug auf die Klimapolitik. Sie führt Beispiele aus Kanada, der Europäischen Union und Großbritannien an und behauptet, dass Regierungen immer eher bereit seien, die Meinungsfreiheit einzuschränken, während sie gleichzeitig wachsende wirtschaftliche Probleme tolerieren. Sie warnt davor, dass Gesellschaften, die in Phasen politischer und wirtschaftlicher Belastung geraten, oft autoritärer werden. „Das gesamte System gerät ins Wanken“.
Übersetzung: Eric Vieira
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