Ende der „grünen“ Versklavung in Lateinamerika
Die grüne Fessel wird endlich gesprengt, da die Nationen Lateinamerikas Wohlstand und souveräne Sicherheit den leeren Versprechungen der Klimakollektivisten vorziehen, sagt Vijay Jayaraj.
Kolumbien verbrachte vier Jahre unter linker Führung damit, sich für seine Energieressourcen zu entschuldigen. Die Buße endete, als der neu gewählte Präsident Abelardo de la Espriella seinen Landsleuten erklärte, Energiesicherheit stehe im Zentrum der nationalen Souveränität. Er versprach, die Öl- und Gasexploration wiederzubeleben, den staatlichen Ölkonzern Ecopetrol wieder aufzubauen und das Fracking unter strengen technischen und Umweltauflagen zu genehmigen.
De la Espriellas Antrittsrede in Cali legte eine klare Strategie dar: Kolumbien wird eine Energiewende anstreben, jedoch nicht aus einer Position der Abhängigkeit heraus. Jede Transformation, so sagte er, müsse „auf Stärke und nicht auf Schwäche aufbauen“. Dies schließt Maßnahmen aus, die Solar- und Windenergie fördern, indem sie Kompromisse bei Bezahlbarkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität eingehen.
COP30
Der neue Präsident wird jedoch mit einer schwachen Wirtschaft konfrontiert sein, die er von seinem Vorgänger Gustavo Petro, einem ehemaligen Guerillaführer, geerbt hat. Petro, der mit dem Versprechen gewählt wurde, die Welt aus der Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen zu führen, verbot neue Explorationsverträge. Auf dem Klimagipfel COP30 in Belém erklärte er der Weltgemeinschaft, dass das Überleben „nur möglich ist, wenn wir uns von Öl, Kohle und Erdgas trennen“.
Die Folge dieser Predigt war die Zerstörung der kolumbianischen Energiewirtschaft. Petro beendete ein Joint Venture mit Occidental Petroleum im Perm-Becken und blockierte den 3,6 Milliarden Dollar schweren Kauf einer 30-prozentigen Beteiligung an CrownRock. Hochrangige Direktoren von Ecopetrol traten aus Protest zurück.
Branchenzahlen zufolge gingen die ausländischen Direktinvestitionen in den kolumbianischen Bergbau und die Ölindustrie zwischen 2023 und 2025 um 34 % auf 6,9 Milliarden US-Dollar zurück. Die durchschnittliche Rohölproduktion ging um 4 % runter, und die Rohölreserven schrumpften um 54 Millionen Barrel. Die Erdgasimporte stiegen von 3 % des Inlandsverbrauchs im Jahr 2023 auf 31 % im Jahr 2025.
Ein Land, das 45 Jahre lang seinen Gasbedarf selbst deckte, importiert heute fast ein Drittel davon. Bogotá wandte sich daraufhin von kolumbianischen fossilen Brennstoffen ab und bezog stattdessen Tanker aus dem Ausland. De la Espriella übernimmt zudem ein Stromnetz, das in Dürrezeiten auf Wasserkraft angewiesen ist. Wenn die Stauseen leerlaufen, nützt auch die beste Klimarhetorik nichts um die Turbine am Drehen zu halten.
Die Abhängigkeit von Energieimporten wurde als Tugend gepriesen und den Wählern als moralischer Fortschritt im Kampf gegen das Klima – ein physikalisches Unmögliches – verkauft. Den Kolumbianern wurde erzählt, Kohlendioxid aus fossilen Brennstoffen überhitze den Planeten. Doch die Behauptungen über eine Klimakrise halten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Satellitenaufnahmen zeigen einen messbar grüneren Planeten, und die globalen Ernten brechen Rekorde, anstatt einzubrechen. Selbst die Wissenschaftler der Vereinten Nationen im Weltklimarat (IPCC) sind vorsichtiger als deren reißerische PR-Leute.
IPCC
Kapitel 11 des sechsten Sachstandsberichts des IPCC geht nicht darauf ein, menschenverursachte Trends in vielen Kategorien extremer Wetterereignisse festzustellen oder zuzuordnen. Gleichzeitig hat sich das Ergebnis, das eigentlich am wichtigsten sein sollte, deutlich zugunsten der Menschheit entwickelt. Die Zahl der Todesopfer durch Naturkatastrophen ist im vergangenen Jahrhundert um mehr als 90 % gesunken, während sich die Weltbevölkerung vervierfacht hat.
Nicht nur Kolumbien erkennt diese Realität. In Argentinien hat Präsident Javier Milei das Pariser Abkommen öffentlich als Betrug bezeichnet und einen vollständigen Austritt seines Landes erwogen.
Seine Regierung unterstützt eine 30 Milliarden Dollar teure Erweiterung der Öl- und Erdgasförderung in Vaca Muerta. Schwimmende Verflüssigungsanlagen sollen jährlich 12 Millionen Tonnen Flüssigerdgas für den Export produzieren. Eine 437 Kilometer lange Pipeline nach Punta Colorada wird im Dezember dieses Jahres die ersten Rohölexporte liefern und bis Mitte 2027 eine Kapazität von 390 000 Barrel pro Tag erreichen.
Ähnlich verhält es sich in Brasilien, wo Petrobras 2,5 Milliarden Dollar und 15 Bohrungen am Äquatorialrand bis 2030 zugesagt hat, einem Gebiet, in dem man von mehr als 30 Milliarden Barrel Rohöl ausgeht.
In Guyana produziert ExxonMobil mehr als 900 000 Barrel pro Tag und erwartet bis zum nächsten Jahr eine endgültige Investitionsentscheidung über das 12,5 Milliarden Dollar teure Longtail-Projekt.
Mexiko, das weiterhin 75 % seines Gases über amerikanische Pipelines importiert, hat unterdessen weitere Studien zum schonenden Fracking in den Becken von Sabinas-Burro-Picachos und Burgos genehmigt.
Diese lateinamerikanischen Regierungen haben aufgehört, eine „Umweltmode“ mit physikalischen Gesetzen zu verwechseln. Die Region verfügt über reichhaltige Energieressourcen, die jahrzehntelanges Wirtschaftswachstum ermöglichen und gleichzeitig die Umweltbilanz durch bessere Technologien und strengere Betriebsstandards kontinuierlich verbessern können.
Zwei Jahrzehnte lang stigmatisierte ein globales Bündnis aus gemeinnützigen Organisationen, internationalen Gremien und Finanzinstitutionen Projekte im Bereich fossiler Brennstoffe, ungeachtet ihrer Umweltschutzmaßnahmen oder wirtschaftlichen Notwendigkeit. Diese grüne Fessel bricht nun endlich, da Nationen Wohlstand und souveräne Sicherheit den leeren Versprechungen von Klimaaktivisten vorziehen.
Auf geht’s, Lateinamerika!
Übersetzung: Eric Vieira
Dieser Kommentar wurde erstmals am 21. August 2026 im Townhall veröffentlicht.

Vijay Jayaraj
Vijay Jayaraj ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der CO₂ Coalition in Fairfax, Virginia. Er besitzt einen Master of Science in Umweltwissenschaften der University of East Anglia und ein Graduiertendiplom in Energiemanagement der Robert Gordon University, beide in Großbritannien, sowie einen Bachelor of Engineering der Anna University in Indien. Zuvor war er außerdem wissenschaftlicher Mitarbeiter der Changing Oceans Research Unit an der University of British Columbia in Kanada.
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