Klimafragen spalten die Wähler mit 51 Punkten, Wirtschaftsthemen haben jedoch einen höheren Stellenwert
Unter den Wählern, die demokratische Kandidaten für das Repräsentantenhaus unterstützen, halten 66 % die Umwelt- und Klimapolitik weiterhin für sehr wichtig. Bei den republikanischen Unterstützern sind es hingegen nur 15 %, so Charles Rotter.
Eine kürzlich vom Pew Research Center durchgeführte Zwischenwahlumfrage, die am 8. Oktober veröffentlicht wurde, befragte registrierte Wähler nach der Bedeutung von 16 Themen für ihre Stimmabgabe im Herbst. Die Wirtschaft stand an erster Stelle. Umwelt- und Klimapolitik rangierte mit 41 % weit unten auf der Liste.
Aus dem Bericht:
„84 % der registrierten Wähler – darunter 88 % derjenigen, die die Demokraten unterstützen, und 82 % derjenigen, die die Republikaner unterstützen – geben an, dass dies für ihre Stimmabgabe sehr wichtig ist.“
Laut den Tabellen des Berichts stehen vor der Umwelt- und Klimapolitik die Zukunft der Demokratie (73 %), das Gesundheitswesen (68 %), die Bildung (62 %), die Einwanderung (59 %), die Außenpolitik (57 %), die Energiepolitik (54 %), Gewaltverbrechen (52 %), Abtreibung (46 %), die Waffenpolitik (45 %), künstliche Intelligenz (44 %) sowie die Größe und der Umfang der Bundesregierung (43 %).
Die Spaltung zwischen den Parteien ist ein besonders auffälliges Merkmal des Themas Klima. Von den Wählern, die demokratische Kandidaten für das Repräsentantenhaus unterstützen, halten 66 % Umwelt- und Klimapolitik für sehr wichtig. Bei den republikanischen Wählern sind es hingegen nur 15 %. Laut Pew Research Center ist diese Differenz von 51 Prozentpunkten eine der beiden größten unter den 16 untersuchten Punkten. Die andere betrifft die Untersuchungen gegen Trump und seine Regierung (63 % zu 7 %).
Anteil der registrierten Wähler, für die Umwelt- und Klimapolitik bei ihrer Wahlentscheidung sehr wichtig ist. Pew Research Center, 28. September bis 4. Oktober 2026.
Selbst aufseiten der Demokraten hat die Wirtschaft einen höheren Stellenwert (88 % zu 66 %).
Die Energiepolitik lässt sich gut nachvollziehen, da Pew die gleiche Fragestellung bereits 2022 gestellt hat. Im Oktober jenes Jahres hielten 61 % der registrierten Wähler sie für sehr wichtig. Heute sind es nur noch 54 %. Der Rückgang ist fast ausschließlich auf einer Seite zu verzeichnen: Bei den Republikanern sank die Zustimmung von 63 % auf 48 %, bei den Demokraten von 63 % auf 62 %.
Der Klimawandel ist schwerer zu erfassen. Im Jahr 2020 bezeichneten 42 % der registrierten Wähler den Klimawandel als sehr wichtig, im Oktober 2022 waren es nur noch 38 %. Der Punkt für 2026 wurde in „Umwelt- und Klimapolitik“ umformuliert, und Pew weist in einer Anmerkung zu den Tabellen darauf hin, dass die Trends nicht direkt vergleichbar sind. In derselben Anmerkung wird der Punkt für 2022 als „Klimapolitik“ bezeichnet, während er in der Überschrift des Berichts selbst als „Klimawandel“ geführt wird. Unabhängig von der Formulierung lag der Anteil derjenigen, die den Klimawandel als sehr wichtig einstuften, bei etwa vier von zehn.
Preise
Dann sind da noch die Preise. Das Pew Research Center befragt alle Erwachsenen, nicht nur Wähler, wie besorgt sie persönlich über die Benzin- und Energiepreise sind. Im Januar gaben 43 % an, sehr besorgt zu sein. Im Juli waren es 60 %. In der jüngsten Umfrage lag der Wert bei 74 %. Das entspricht einem Anstieg um 31 Prozentpunkte innerhalb von etwa acht Monaten und ist höher als die 69 %, die das Pew Research Center im Oktober 2022 verzeichnete.
Drei von vier Erwachsenen machen sich große Sorgen um ihre Gas- und Stromkosten, während der Anteil der Wähler, denen Energiepolitik sehr wichtig ist, gesunken ist – vor allem unter Republikanern. Pew fragt nicht nach den Gründen.
Nichts davon deutet auf einen Erdrutschsieg der Republikaner hin. Nur 22 % der Amerikaner sind mit der aktuellen Lage zufrieden, Trumps Zustimmungswerte liegen bei 30 %, ein Rückgang von 47 % Anfang 2025, und die Demokraten führen bei der allgemeinen Wahl zum Repräsentantenhaus mit 44 % zu 36 %. Die niedrige Zustimmung der Republikaner zum Thema Klima zeigt, wie republikanische Wähler dieses Thema bewerten. Sie sagt aber nichts darüber aus, wie die Gesamtbevölkerung darüber abstimmt.
Ein Hinweis zur Umfrage selbst: Die Fehlermarge beträgt plus/minus 1,6 Prozentpunkte für die Gesamtstichprobe und 1,8 Prozentpunkte für registrierte Wähler. Bei den Fragen mit halber Stichprobe und für die Anhänger der einzelnen Parteien ist sie höher. Pew gibt eine kumulative Rücklaufquote von 3 % an, nach Berücksichtigung von Rekrutierungsausfällen und Panel-Schwund, und gewichtet die Ergebnisse entsprechend.
Die Umfrage stellt nicht die Frage, die für die Energiepolitik entscheidend ist.
Wie viel mehr würden diese Wähler auf ihrer monatlichen Stromrechnung für eine schnellere Emissionsreduzierung akzeptieren?
Würde die 66-%-Regel auch dann noch gelten, wenn die Haushaltskosten einer bestimmten politischen Maßnahme offengelegt werden?
Übersetzung: Eric Vieira
Der Artikel, den Sie soeben gelesen haben, wurde durch unsere Spender ermöglicht.
Clintel veröffentlicht täglich Artikel zu Klima, Energie und Wissenschaft. Wir übersetzen und verbreiten außerdem internationale Analysen in verschiedenen Sprachen, produzieren Videos, veröffentlichen Berichte und organisieren Konferenzen und Veranstaltungen weltweit.
Wir erhalten keine staatlichen Fördermittel und sind vollständig auf die Unterstützung unserer Spender angewiesen. Ihre Unterstützung hilft uns, unabhängige Forschung zu fördern und zu einer offeneren und ausgewogeneren Debatte über Klima- und Energiefragen beizutragen.
Möchten Sie unsere Arbeit unterstützen? Wählen Sie die Option, die am besten zu Ihnen passt:
- Werden Sie Freund von Clintel – unterstützen Sie uns mit einem jährlichen Beitrag
- Richten Sie eine regelmäßige Spende ein – leisten Sie fortlaufende Unterstützung und helfen Sie uns bei der Planung
- Spenden Sie einmalig – jeder Beitrag hilft
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
more news
Under a ‘business-as-usual’ scenario, the IPCC will soon be bankrupt
There is turmoil at the UN Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). There is disagreement over deadlines, and with the loss of US support, a serious financial shortfall looms. To put it in the IPCC’s own terms: if we do nothing, the IPCC will be bankrupt in a few years’ time.
Roger Pielke Jr.: “Don’t accept the label climate sceptic so easily”
In his first of two recent lectures for Clintel, Roger Pielke Jr. examined the politicized debate over climate change. His central argument was that climate change is real and deserves serious attention, but that public discussion frequently goes far beyond what the scientific evidence supports. He also described how he was a target of political attacks, including some from the Obama White House.
Australian Bureau of Meteorology in trouble for copy-pasting temperature records
Jennifer Marohasy gives an update about the scandal surrounding the temperature records of the Australian Bureau of Meteorology. Its digital file showed August 1867 and August 1907 as identical on all 31 days, to a tenth of a degree. But that’s not the only problem.
The post Klimafragen spalten die Wähler mit 51 Punkten, Wirtschaftsthemen haben jedoch einen höheren Stellenwert appeared first on Clintel.
Please consider helping!
Awake Freedom TV On Roku is Broken! 🙂

I could no longer maintain the costs on my own, so I moved the off of a dedicated server which was needed for the TV platform to work. On top of that, I want to build an app Awake Freedom TV app, for mobile phones. We need your help to first resurrect our TV channel, and then build the mobile app. In order to do that, I need a minimum of 800/month on subscription payments. Please help anyway you can with the form below.










Leave A Comment