Der Erfolg der amerikanischen Klimaskeptiker ist das Ergebnis harter Arbeit
Der gegenwärtige Erfolg der Klimaskeptikerbewegung in den Vereinigten Staaten ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis jahrzehntelanger gezielter Arbeit, Vernetzung und strategischer Kampagnen, so Craig Rucker von CFACT.
Auf der jüngsten EIKE-Konferenz in Halle präsentierte Craig Rucker einen Bericht darüber, wie sich die klimaskeptische bzw. klimarealistische Bewegung in den Vereinigten Staaten zu einer politisch einflussreichen Kraft entwickelt hat. Rucker ist Präsident des in Washington, D.C., ansässigen Komitees für eine konstruktive Zukunft (Committee for a Constructive Tomorrow, CFACT). Anstatt sich primär auf die Klimawissenschaft zu konzentrieren, fokussierte er sich auf politische Strategie, Organisation, Kommunikation und Aktivismus.
Die vollständige Präsentation von Rucker können Sie hier ansehen:
Rucker begann mit der Vorstellung von CFACT, das er 1985 mitbegründete. Die Organisation engagiert sich in der Politikberatung in Washington, erstellt Berichte und Studien, gibt Stellungnahmen ab, pflegt Kontakte zu Wissenschaftlern und akademischen Beratern und betreibt ein Programm für Studenten an amerikanischen Universitäten. CFACT ist außerdem für unkonventionelle Formen des Aktivismus bekannt, darunter öffentliche Demonstrationen, Aktionen, Transparente und direkte Aktionen. Rucker bezeichnete die Organisation scherzhaft als das „Greenpeace der Rechten“.
Historische Wurzeln
Anschließend wandte er sich dem zu, was er als aktuellen politischen Erfolg des Klimarealismus in den Vereinigten Staaten sieht. Rucker schilderte die USA als außerordentlich widerständig gegenüber der internationalen Klimaagenda und argumentierte, dass dieser Widerstand tiefe historische Wurzeln habe. Er erinnerte an die amerikanische Zurückhaltung gegenüber internationalen Klimaabkommen, die mit der UN-Klimakonferenz von 1992 begann, gefolgt von der Ablehnung des Kyoto-Protokolls, dem Widerstand gegen nachfolgende internationale Initiativen und schließlich dem Ausstieg aus dem Pariser Abkommen. Seiner Ansicht nach haben die USA in der internationalen Klimapolitik wiederholt die Rolle des Spielverderbers eingenommen.
Rucker argumentierte, dass dieser politische Widerstand die öffentliche Meinung widerspiegelt. Unter Bezugnahme auf internationale Umfragen, insbesondere eine IPSOS-Umfrage, behauptete er, dass die Vereinigten Staaten zu den klimaskeptischsten Ländern gehören. Er betonte, dass Skepsis nicht allein als kategorische Ablehnung des Klimawandels definiert werden dürfe. Seiner Interpretation zufolge müssten auch diejenigen mitgezählt werden, die die Erderwärmung primär für natürlich halten, sowie Unentschlossene. Auf dieser Grundlage argumentierte er, dass eine Mehrheit der Amerikaner die vorherrschende Klimaerzählung deutlich weniger unterstützt als die Europäer. Er verglich zudem die politische Bedeutung des Klimawandels in den Vereinigten Staaten und Europa und argumentierte, dass die Klimapolitik einen wesentlich geringeren Einfluss auf das amerikanische Wahlverhalten habe.
Trump
Rucker führte einen Großteil der jüngsten politischen Erfolge der Bewegung auf die politische Führung von Donald Trump zurück. Er lobte Trump insbesondere für dessen Ablehnung des Pariser Abkommens, seine generelle Ablehnung internationaler Klimainstitutionen, seinen Widerstand gegen Offshore-Windkraft und seine Bereitschaft, die vorherrschende Klimaagenda als „Witz“ zu bezeichnen. Rucker räumte zwar ein, dass sich die Erde erwärmt hat, interpretierte Trumps Äußerungen jedoch als Bezugnahme auf die seiner Ansicht nach übertriebene politische Darstellung des Klimawandels.
Ein zentrales Thema war die Bedeutung des Personals in der Regierung. Rucker argumentierte, dass „Menschen Politik machen“, was bedeutet, dass politische Führungskräfte durch die Ernennung von Beamten, die ihren Ansichten nahestehen, einen tiefgreifenden Einfluss ausüben können. Er lobte Persönlichkeiten wie Energieminister Chris Wright und EPA-Chef Lee Zeldin für die, seiner Ansicht nach, weitreichenden Deregulierungen und die Bemühungen, die Klimapolitik des Bundes abzubauen. Besonders bedeutsam war für ihn die Einrichtung einer staatlichen Klimaarbeitsgruppe, der auch skeptische Wissenschaftler wie Judith Curry, Roy Spencer und John Christy angehörten. Obwohl die Arbeit der Gruppe aufgrund eines Verfahrensfehlers später zurückgezogen wurde, betrachtete Rucker ihre Existenz als symbolisch wichtig, da sie eine offizielle Regierungsplattform für Ansichten darstellte, die zuvor weitgehend ausgeschlossen worden waren.
Rucker betonte jedoch, dass die politische Führung allein den Erfolg der Bewegung nicht erkläre. Er argumentierte, dass die Grundlagen über Jahrzehnte von Organisationen, Wissenschaftlern, Aktivisten, Kommunikatoren und Spendern gelegt worden seien. Er wies die Annahme zurück, Klimaskeptiker seien erfolgreich, weil sie besser finanziert seien, als Umweltaktivisten. Im Gegenteil, Rucker weiß, dass Klimawarnorganisationen über weitaus größere finanzielle Ressourcen verfügten, und verwies auf die Milliarden Dollar, die großen Umweltgruppen und Stiftungen zur Verfügung stünden, im Vergleich zu den vergleichsweise bescheidenen Ressourcen klimarealistischer Organisationen.
Strategie
Dieses finanzielle Ungleichgewicht macht laut Rucker Organisation und Strategie unerlässlich. Er argumentierte, dass Klimarealisten zwar Ressourcen benötigen, jedoch nicht in dem Umfang wie ihre Gegner. Er wies zudem die Behauptung, die Bewegung werde weiterhin hauptsächlich von der fossilen Brennstoffindustrie finanziert, entschieden zurück. Er räumte ein, dass einige Öl- und Gaskonzerne in der Frühphase der Bewegung, insbesondere zwischen 1998 und 2006, skeptische Organisationen unterstützten. Laut Rucker wandten sich die großen Energiekonzerne jedoch später von diesen Organisationen ab und verfolgten stattdessen die Netto-Null-Agenda. Daher porträtierte er große Energiekonzerne als zunehmend unzuverlässig oder gar feindselig gegenüber der klimarealistischen Bewegung.
Der nächste Hauptteil der Präsentation befasste sich mit Organisation und Vernetzung. Rucker beschrieb die Cooler Heads Coalition als wichtiges Beispiel für effektive Koordination zwischen Organisationen. Anstatt sich auf abstrakte Meinungsverschiedenheiten über die Klimawissenschaft zu konzentrieren, treffen sich die Koalitionsmitglieder regelmäßig, um konkrete Gesetze, Klagen, Verordnungen und politische Initiativen zu erörtern. Er argumentierte, dass Organisationen ihre individuellen Stärken bewahren und gleichzeitig zu einer breiteren Koalition beitragen sollten. In seinem Beispiel spezialisieren sich verschiedene Gruppen auf Politik, Wissenschaft, Aktivismus auf Landesebene, Kommunikation oder Basisarbeit.
Die Kunst des Krieges
Rucker erläuterte anschließend die taktischen Prinzipien, die CFACT anwendet. Er erklärte, die Organisation habe sich sowohl von Sunzis „Die Kunst des Krieges“ als auch von Saul Alinskys „Regeln für Radikale“ inspirieren lassen. Aus diesen Quellen leitete er mehrere Prinzipien ab: Sieg durch Strategie und Störung statt durch direkte Konfrontation; Ausnutzung der eigenen Stärken und der Schwächen des Gegners; Angriffe dort, wo der Gegner unvorbereitet ist; Einsatz von Spott; und Aufdecken von Heuchelei oder Widersprüchlichkeit.
Er veranschaulichte diese Prinzipien anhand von Beispielen aus der Geschichte von CFACT. Ein frühes Beispiel betraf den Umweltgipfel von 1992 und die Entscheidung der Organisation, die ehemalige Gouverneurin von Washington und Wissenschaftlerin Dixie Lee Ray zu entsenden, um die vorherrschende Klimabotschaft infragezustellen. Rucker argumentierte, dass es einer sehr kleinen Organisation durch die Vermittlung von Rush Limbaugh zu einer breiten Radiopräsenz verholfen habe, Millionen von Amerikanern zu erreichen und die politische Atmosphäre rund um den Gipfel zu beeinflussen.
Eine weitere Taktik besteht darin, vermeintliche Schwächen der Umweltbewegung im Bereich der erneuerbaren Energien anzugreifen. Rucker hob Themen wie Landnutzung, Stromkosten, Auswirkungen auf Vögel und Wildtiere sowie den Widerstand gegen Windkraftprojekte hervor. Er beschrieb Kampagnen von CFACT mit Bannern, Plakaten, Kundgebungen, Booten, Landwirten, Viehzüchtern und indigenen Gruppen. Seiner Ansicht nach stellt der Widerstand der Basis gegen Wind- und Solarenergieprojekte eine wichtige Schwachstelle der Umweltbewegung dar.
Störung
Rucker betonte zudem die Bedeutung von Überraschung und Störung. Er beschrieb Proteste gegen prominente Klimaaktivisten und -veranstaltungen, darunter Al Gore, Greenpeace und James Hansen. Ziel sei es, erklärte er, an Orten aufzutauchen, wo Gegner keinen Widerstand erwarten, und dadurch die Aufmerksamkeit der Medien zu erregen.
Spott ist ein weiterer zentraler Bestandteil seiner Strategie. Rucker argumentierte, Humor könne einen Gegner effektiver untergraben als herkömmliche Argumente, da Spott schwer zu widerlegen sei. Er hob die Arbeit des CFACT-Kommunikators Mark Morano hervor und verwies auf satirische Kampagnen, Videos und Demonstrationen, welche seiner Ansicht nach absurde Aspekte des Klimaaktivismus aufdecken sollen.
Abschließend betonte Rucker die Wichtigkeit, vermeintliche Heuchelei aufzudecken. Er nannte Beispiele von prominenten Umweltaktivisten und Politikern, deren Lebensstil, Reisen, Wohnorte oder Konsummuster im Widerspruch zu ihrem öffentlichen Engagement für Emissionsreduzierungen zu stehen scheinen. CFACT hat investigative Videos und andere Medienkampagnen eingesetzt, um solche Widersprüche aufzuzeigen.
Rucker schloss mit der Feststellung, dass die amerikanische Klimarealistenbewegung weder zufällig entstanden noch unorganisiert sei. Seiner Darstellung zufolge ist sie koordiniert, strategisch und basiert auf jahrzehntelanger Vernetzung von Organisationen, Wissenschaftlern, Aktivisten, Kommunikatoren und politischen Akteuren. Ihr Erfolg, so argumentierte er, zeige, dass eine relativ kleine Bewegung mit begrenzten finanziellen Mitteln ein viel größeres und besser finanziertes politisches Establishment herausfordern könne, wenn sie glaubwürdige wissenschaftliche Stimmen mit effektiver Organisation, Kommunikation, Basisaktivismus, Provokation, Humor und strategischem politischem Engagement verbinde.
Übersetzung: Eric Vieira
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