Nepal fordert Klimagelder und gibt uns gleichzeitig die Schuld an seiner Katastrophe
Nepals Bitte um ausländische Hilfe angesichts der verheerenden Überschwemmungen im Himalaya wäre besser als Appell an die Nächstenliebe der Menschen formuliert, als eine Forderung nach Entschädigung von Klimasündern, meint Angela Wheeler.
Nepals Außenminister Shisir Khanal stellt einen Zusammenhang zwischen der Flutkatastrophe vom 26. August und der weitverbreiteten Annahme her, dass industrielle Kohlendioxidemissionen eine gefährliche Erwärmung der Atmosphäre und das Abschmelzen von Gletschern verursachen, was wiederum Überschwemmungen wie jene zur Folge hat, die seinen Landsleuten das Leben kostete. Die Argumentation der „Klimagerechtigkeit“ besagt, dass Industrieländer wie die Nachbarländer Indien und China eine größere Verantwortung für die Katastrophe tragen als Nepal, dessen Pro-Kopf-Einkommen im globalen Vergleich unter dem fünften Platz liegt auf einer globalen Skala von 1 bis 100.
Khanals Argumentation beginnt mit der inhaltsleeren politischen Behauptung, jemand anderes müsse die Kosten tragen, und ignoriert die Realität der physischen Welt, indem er die falsche Annahme vertritt, CO₂-Emissionen hätten das Wetter verschlimmert. Offenbar geht er davon aus, dass Computermodelle den durch zunehmende Zerstörungskraft von Naturkatastrophen verursachten Schäden einen Geldwert zuordnen können. Für den Außenminister ist ein apokalyptisches Narrativ, das ein Jahrzehnt lang zur Förderung der Netto-Null-Politik genutzt wurde, eine beobachtete Tatsache und kein unglaubwürdig extremes Szenario, das als unausweichliches Schicksal behandelt wird.
Jahrhundert der Beobachtungen
Ein Jahrhundert Beobachtung zeigt keinen durch CO₂ bedingten Anstieg von Hitzewellen, Hurrikanen, Dürren und Waldbränden. Viele dieser Gefahren erreichten ihren Höhepunkt in früheren Jahrzehnten oder sind zurückgegangen. Die Rekordhitze in den USA stammt weiterhin aus den 1930er Jahren. Die Hurrikanaktivität entspricht nicht den alarmistischen Prognosen. Die Intensität von Waldbränden hängt untrennbar mit der Menge an Brennmaterial und der Landbewirtschaftung zusammen.
Ein Bericht der Nationalen Akademien der Wissenschaften, der Ingenieurwissenschaften und der Medizin, der „Klimaschäden quantifiziert“, geht lediglich von einer Verschlechterung des Wetters bei steigendem CO₂-Gehalt aus, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, einen Zusammenhang herzustellen. Die Nationalen Akademien verwenden computergenerierte Modelle einer Welt ohne industrielle CO₂-Emissionen, um zu erraten, wie viel milder das Wetter wäre. Dies ist eine konstruierte Behauptung für ein Haftungsverfahren, keine Tatsachenfeststellung.
Studien, die angeblich die Verschlechterung des Wetters auf Emissionen zurückführen, haben sich vervielfacht, weil „Klimaforscher“ mit Forschungsgeldern belohnt wurden, nicht weil die Physik einen Zusammenhang belegt. Die Aussage, die Überschwemmung in Nepal wäre auf einem Planeten ohne industrielles CO₂ milder ausgefallen, ist kein Beweis dafür, dass Überschwemmungen häufiger oder zerstörerischer geworden sind.
Sobald diese Maßnahmen als Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang gelten, so Khanal aus Nepal, sollen Energieproduzenten, „deren historischer Beitrag zu Treibhausgasen weitaus größer ist als unserer“, vor Zivilgerichten angeklagt und mit Milliardenstrafen konfrontiert werden. Diese Demagogie stilisiert Unternehmen zu Sündenböcken, deren Produkte – Kohle, Öl und Erdgas – Stromnetze, Transportsysteme und Fabriken mit Energie versorgen und so den Lebensstandard weltweit angehoben haben. Die aus diesen Kohlenwasserstoffen gewonnenen Düngemittel und Medikamente ernähren und verbessern die Gesundheit von Milliarden von Menschen.
Fossile Brennstoffe
Nepals Entwicklung hängt von fossilen Brennstoffen ab. Der Transport erfolgt mit importiertem Diesel und Benzin. Zum Kochen und in der Industrie werden Flüssiggas und Kohle verwendet. Kohle ist für die Zementherstellung unerlässlich, die wiederum ein integraler Bestandteil der Infrastruktur des Landes ist, insbesondere der Wasserkraft und der Autobahnen.
Asiatische Nachbarn und westliche Länder, die wegen ihres angeblichen Klimaversagens verteufelt werden, haben Nepals Bau von Hochspannungsleitungen, Tunneln, Brücken, Fahrzeugen und anderen Errungenschaften der Moderne unterstützt. Außenminister Khanal beißt die Hände, die sein Land ernähren.
Nichts davon schmälert die Tragödie der Tausenden Toten und Vermissten der verheerenden Überschwemmungen im August. Dennoch rechtfertigt Mitgefühl nicht, Fakten zu verleugnen, um einen Betrug zu rechtfertigen. Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass Kohlendioxidemissionen die Überschwemmungen in Nepal oder andere Katastrophen ausgelöst haben. Selbst der Weltklimarat (IPCC) der Vereinten Nationen hat seine extremsten Prognosen zur globalen Erwärmung als unplausibel bezeichnet. Als wahrscheinlichste Ursache der Überschwemmungen gilt das Abbrechen des Felsuntergrunds unter einem Gletscher.
Mehr noch als die Klimaleugner sind es die moderne Technologie und eine bessere Landnutzung, die Nepal braucht, um die Menschen so gut wie möglich vor den Gefahren der Naturgewalten zu schützen.
In der Zwischenzeit hat das Land Berichten zufolge 820 Millionen Dollar an Hilfsgeldern erhalten, was darauf hindeutet, dass zumindest ein Teil der entwickelten Welt eher wohltätig als schurkisch ist.
Übersetzung: Eric Vieira
Angela Wheeler ist Geschäftsführerin der CO2 – Koalition in Fairfax, Virginia. Sie schloss ihr Studium an der Emporia State University in Kansas mit Auszeichnung ab, wo sie Kommunikations-wissenschaften mit zusätzlichen Kursen in Biologie und Vormedizin studierte.
Dieser Kommentar wurde erstmals am 22. September 2026 im Washington Examiner veröffentlicht.
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