Die New York Times versucht, den Klimawandel unter einem neuen Begriff „Energiesicherheit“ zu vermarkten
„Das Thema Klima ist mittlerweile so verpönt, dass selbst die Zentrale der globalistischen Linken (die New York Times) ihren Mitarbeitern rät, es zu meiden“, sagt Jo Nova. „Sie ändern nie die Politik, sie ändern nur die Sprache.“
Nennen Sie es Energieunabhängigkeit, Resilienz, Sicherheit… alles Mögliche, nur nicht Netto-Null und Klimawandel
Das Wort „Klima“ ist mittlerweile so verpönt, dass selbst die Zentrale der globalistischen Linken (die New York Times) ihren Mitarbeitern rät, es zu meiden.
Die Unterschicht hat erkannt, dass der Klimakampf in Wirklichkeit ein Klassenkampf ist und sie die Opfer sind. Sie hat auch begriffen, dass erneuerbare Energien nicht billig sind und die Ozeane nicht kochen.
Jedes Mal, wenn die Politiker das „K“-Wort erwähnen, pfeift die Menge.
So werden die angeblichen Klimaschützer, ganz im Stile eines Lügners, den Begriff, den sie 30 Jahre lang hochgehalten haben, einfach fallenlassen und durch eine andere, schwammige Formulierung ersetzen. „Nennen wir es einfach ‚Energiesicherheit‘“, sagen sie, als ob unzuverlässige Energieversorgung, gestützt auf explosive Batterien und ausgestattet mit chinesischen Chips, jemals sicher gewesen wäre.
So funktionieren sie halt. Sie ändern nie die Politik, sondern nur die Sprache. Und wenn sie das Wort „Energiesicherheit“ oft genug gedankenlos wiederholen, erschwert das denjenigen, die sich um die tatsächliche Energiesicherheit sorgen, ein sinnvolles Gespräch darüber zu führen. Genau das ist doch der Punkt, oder?
Sie verfälschen die englische Sprache, um ihre Verbrechen zu vertuschen.
Willkommen in einer neuen Ära der Ausweichformulierungen:
Katrin Bennhold, Journalistin bei der New York Times, weiß genau, um welche Art von Klassenkampf es sich hier handelt – nicht, dass sie ehrlich genug ist, es offen zuzugeben. Man muss sich nur die ersten beiden Absätze ansehen. Das Problem sind die Hinterwäldler, die Arbeiter in den Gelbwesten und die Brexit-Befürworter. „Das Klima ist nur ein weiteres Schlachtfeld im Kulturkampf“, sagt sie – und macht damit deutlich, dass die vermeintlich Gebildeten die selbstgefälligen Besserwisser sind, die wissen, was gut für die Arbeiter ist, und das Wetter sowieso regeln werden, aber eben nicht darüber zu reden.
Vor einigen Jahren berichtete ich über die Gelbwesten-Proteste in Frankreich, wo Arbeiter gegen eine als Umweltmaßnahme deklarierte Kraftstoffsteuer rebellierten. Ich interviewte Demonstranten in deutschen Autowerken, die den Wandel hin zu Elektrofahrzeugen und den damit einhergehenden Arbeitsplatzverlust beklagten. Nun beobachte ich in Großbritannien, wie dieselben Leute, die einst für den Brexit kämpften, gegen erneuerbare Energien protestieren, da diese ihrer Meinung nach die Energiekosten erhöht hätten. (Da ist etwas Wahres dran; lesen Sie weiter.)
Im Westen ist das Klima zu einem weiteren Schlachtfeld im Kulturkampf geworden. Das ist einer der Gründe, warum man trotz einer alarmierenden Liste tödlicher Klimakatastrophen weltweit nicht mehr so viele Politiker über das Klima sprechen hört. Das heißt aber nicht, dass sie sich nicht damit auseinandersetzen. Heute schreibe ich über die politischen Hintergründe der Neupositionierung im Hinblick auf den Klimawandel.
Rechtsflügelpopulisten
Das Kernproblem, erklärt sie, seien die „Rechtsflügelpopulisten“:
Doch warum zögern Politiker und andere Machthaber so sehr, über das Klima zu sprechen?
Rechtsflügelpopulisten, auf beiden Seiten des Atlantiks haben die Klimapolitik als ein liberal-elitäres Projekt ins Visier genommen, das der Arbeiterklasse schadet.
Das muss also schmerzen, dass ihre politischen Gegner die Wahrheit unverblümt ausgesprochen haben und dass sie keine Möglichkeit hat, sie zu widerlegen. Der Klimawandel ist nicht nur Gift für die Wähler, sondern auch Munition für die Anwälte. Die Großbanken haben erkannt, dass die republikanischen Anwälte sie angreifen werden, wenn sie über Klimaschutzmaßnahmen sprechen, weil sie ihre Treuepflicht gegenüber Aktionären und Investoren verletzt haben. Es ist so schlimm, dass sie sogar das Konzept der Klimaneutralität aufgeben müssen!
Brüssel präsentiert seine Klimaagenda zunehmend unter dem Begriff „Energieunabhängigkeit“. In Großbritannien, wo ich lebe, schlug ein Ausschuss britischer Abgeordneter letzten Monat der Regierung vor, den Begriff „Netto-Null“ ganz fallen zu lassen, da er so negativ behaftet sei.
Ihr einziges kleines Zugeständnis an die breite Masse ist, dass der Strom teurer geworden ist, aber das sei nur vorübergehend, „für ein paar Jahre“.
In Europa werfen die Gegner von „Netto-Null“ – dem Ziel, die Kohlenstoffemissionen auf null zu reduzieren – den Regierungen vor, die Energiekosten in die Höhe zu treiben. (Ihre Argumente finden zum Teil Anklang, weil sie nicht unberechtigt sind. Der Aufbau eines Netzes, das erneuerbare Energien effizient verteilen kann, ist mit Kosten verbunden, über die manche Politiker nur ungern sprechen, und die, die Stromrechnungen zumindest für einige Jahre eher in die Höhe treiben als senken werden.)
Sie kann sich nicht einmal dazu durchringen, „Sie haben recht“ zu sagen. Sie schafft es grad, ein „nicht falsch“ herauszubringen.
Der Planet fühlt sich unwohl
Praktischerweise übersetzt sie die wissenschaftlichen Zusammenhänge für all die fünfjährigen Leser der Times, die zwar die nationale Energiepolitik verstehen müssen, aber Dezimalzahlen größer als … eins nicht begreifen:
Der heißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen in Europa. Ein Gletscher in Nepal bricht zusammen. Waldbrände …
So sieht eine Erwärmung um 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau aus. Diese Zahl war für mich schwer zu begreifen, bis mir ein Klimaexperte sie so erklärte: Stellen Sie sich vor, Ihre Körpertemperatur steigt um 1,5 Grad. Sie fühlen sich unwohl. Stellen Sie sich nun vor, sie steigt um 2 Grad – Sie sind schwer krank.
Der Planet fühlt sich unwohl. Für viele ist allein das schon ein Argument für einen entschlossenen Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien.
Das ist eine Gruselgeschichte für Kleinkinder. Kaum zu glauben, dass die New York Times einst als „Amerikas führende Zeitung“ galt. Frau Bennhold muss die Arbeiter wohl für sehr, sehr dumm halten. Schließlich „fühlt sich der Planet unwohl“ (offensichtlich) und erneuerbare Energien sind „so günstig wie nie zuvor“ (ihre Worte), und trotzdem wollen die Dummen im Kulturkampf sie nicht. Seltsamerweise regt sich Frau Bennhold nicht im Geringsten darüber auf, warum Tausende von Landwirten, Lkw-Fahrern und Ingenieuren weiterhin die schrecklichen, teuren und umweltschädlichen fossilen Brennstoffe nutzen. Sie hätte ja einen anrufen und fragen können, aber das war ihr dann doch zu viel Recherche. Zum Glück für ihren moralischen Kompass ist diese „Umdeutung wahr“. (Das ist allerdings nur ein netter Nebeneffekt, nicht der Grund dafür.) Denn, liebe Einfaltspinsel, Energiesicherheit ist wichtig – denkt an die Russen, den Krieg, den Nahen Osten! Die praktischen Allzweck-Schlagwörter für jede linke Debatte. Sagt einfach Russland, dann ergibt alles Sinn. Wir brauchen Solaranlagen und Windkraftanlagen, damit wir bei der nächsten Ölkrise unsere Lebensmittel mit unseren elektrischen Mähdreschern ernten können, die noch niemand erfunden hat. Diese Namensänderung wird scheitern, wie alle anderen auch.
Übersetzung: Eric Vieira
Dieser Artikel wurde ursprünglich am 3. Oktober 2026 auf joannenova.com.au veröffentlicht.

Jo Nova
Jo Nova ist Wissenschaftsmoderatorin, Autorin, Rednerin und ehemalige Fernsehmoderatorin; Autorin des Buches „The Skeptic’s Handbook“.
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