Theo Wolters auf der EIKE-Konferenz: „Niemand weiß, wie das Klima funktioniert“

Theo Wolters auf der EIKE-Konferenz: „Niemand weiß, wie das Klima funktioniert“

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Der niederländische Ingenieur, Unternehmer und Klimaforscher Theo Wolters nutzte seinen Vortrag auf der EIKE-Konferenz, um eine der zentralen Annahmen der aktuellen Klimapolitik infrage zu stellen: dass die Wissenschaft schlüssig nachgewiesen habe, dass die menschlichen CO2-Emissionen für die jüngste globale Erwärmung verantwortlich seien und dass diese Erwärmung potenziell katastrophal sei.

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Dutch engineer and climate researcher Theo Wolters delivering his presentation on climate science at the EIKE Conference.

Theo Wolters auf der EIKE-Konferenz

Clintel Foundation
Datum: 9. Oktober 2026

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Theo Wolters begann seinen Vortrag mit der Feststellung einer für ihn unbestreitbaren Tatsache: Die Erde hat sich erwärmt. Die globalen Temperaturen sind in den letzten 140 Jahren um etwa ein Grad gestiegen, wobei der Anstieg regional stark variiert und die Veränderungen über den Ozeanen und in den Tropen deutlich geringer ausfallen. Gletscher schmelzen, und Temperaturrekorde werden gebrochen. Er argumentierte jedoch, dass die Erkenntnis des Klimawandels nicht gleichbedeutend damit sei, dass menschliche CO₂-Emissionen den größten Teil davon verursachen – oder dass die Folgen katastrophal sein werden. „Der Klimawandel ist real und hat Folgen, das heißt aber nicht, dass er etwas mit CO₂ zu tun hat.“

Die vollständige Präsentation können Sie unten ansehen:

Wolters konzentrierte sich in seinem Vortrag daher auf das, was er als Belege für einen dominanten CO₂-Effekt ansah. Er identifizierte vier Hauptargumentationsstränge: die Zuordnung anhand von Klimaeinflüssen, die Korrelation zwischen CO₂ und Temperatur, Klimamodelle und Strahlungsphysik. Diese untersuchte er nacheinander.

Die Argumentation der Zuschreibung infrage stellen

Das erste Argument ist im Wesentlichen ein „Beweis durch Widerspruch“. Klimaforscher berechnen die Auswirkungen verschiedener Erwärmungs- und Abkühlungsfaktoren und argumentieren dann, dass die beobachtete Erwärmung nicht reproduziert werden kann, ohne den Erwärmungseffekt von CO2 zu berücksichtigen.

Wolters bezweifelte, ob dies einen Beweis darstelle. Damit ein solches Argument stichhaltig sei, so Wolters, müssten Wissenschaftler die Größenordnung aller anderen relevanten Antriebskräfte mit höchster Präzision kennen. Er stellte insbesondere Schätzungen des kühlenden Effekts der Luftverschmutzung infrage und argumentierte, dass, wenn Aerosole einen geringeren kühlenden Effekt hätten als angenommen, auch der berechnete Erwärmungsbeitrag von CO₂ geringer ausfallen müsse.

Er wies auch auf Klimaschwankungen vor der industriellen Revolution hin. Wäre die herkömmliche Berechnung der Klimaeinflüsse vollständig, argumentierte er, hätten die Temperaturen vor etwa 1750 relativ konstant sein müssen, da die wesentlichen anthropogenen Erwärmungsfaktoren noch nicht aufgetreten waren. Eisbohrkern- und Proxidaten belegen jedoch erhebliche frühere Schwankungen.

Wolters hob hervor, was er als Erwärmungsphasen bezeichnete, die in Abständen von etwa tausend Jahren auftreten. Er räumte ein, dass er nicht beweisen könne, dass die gegenwärtige Erwärmung Teil eines solchen natürlichen Zyklus sei, argumentierte aber, dass es eine plausible Möglichkeit sei, die nicht einfach ignoriert werden könne. „Es ist plausibel. Ich kann es nicht beweisen, aber es ist plausibel.“

Seine Schlussfolgerung war, dass das Attributionsargument nicht beweist, dass CO2 den größten Teil der jüngsten Erwärmung verursacht hat.

CO2 und Temperatur: Korrelation ist nicht gleich Kausalität

Wolters untersuchte anschließend den Zusammenhang zwischen atmosphärischem CO₂ und Temperatur. Er betonte, dass Korrelation allein keinen Kausalzusammenhang beweisen könne. Betrachtet man das 20. Jahrhundert, so argumentierte er, zeige sich nicht der Zusammenhang, den man erwarten würde, wenn CO₂ der dominierende Faktor wäre.

Die ersten vier Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts waren von einer deutlichen Erwärmung geprägt, obwohl die CO₂-Konzentrationen nicht im gleichen Maße anstiegen wie in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Umgekehrt folgte nach dem Zweiten Weltkrieg eine signifikante Abkühlungsphase, während der der CO₂-Gehalt weiter anstieg.

Anschließend dehnte er seine Argumentation auf längere Zeiträume aus. Während der Eiszeiten, so stellte er fest, gingen Temperaturänderungen den Veränderungen des atmosphärischen CO₂ um Tausende von Jahren voraus. Er verwies zudem auf geologische Perioden, in denen der atmosphärische CO₂-Gehalt enorm schwankte, während die Temperaturen vergleichsweise stabil blieben. Wolters schlussfolgerte daher, dass sich seiner Ansicht nach über die verschiedenen relevanten Zeiträume hinweg keine konsistente Korrelation zwischen CO₂ und Temperatur nachweisen lässt.

Klimamodelle sind kein Beweis

Die dritte Beweiskette, die Wolters untersuchte, waren die Ergebnisse von Klimamodellen. Seine Kritik konzentrierte sich insbesondere auf die Modellierung des Wasserkreislaufs. Verdunstung, Konvektion, Wolkenbildung und Niederschlag seien enorm wichtige Komponenten des Klimasystems, argumentierte er, würden aber in globalen Modellen nur durch Näherungen und Parametrisierungen dargestellt. Folglich, so Wolters, könnten Modelle nicht einfach als direkte Abbildungen der Atmosphärenphysik betrachtet werden.

Grundsätzlich argumentierte Wolters, dass Klimamodelle bereits davon ausgehen, dass CO2 Erwärmung verursacht. Folglich können ihre Ergebnisse die in ihnen enthaltene Annahme nicht unabhängig beweisen.

Er nutzte den sogenannten tropischen „Hotspot“ als Beispiel. Klimamodelle sagen eine verstärkte Erwärmung der oberen Tropenatmosphäre bei steigenden Oberflächentemperaturen voraus. Wolters argumentierte, dass Langzeitbeobachtungen mit Ballons den vorhergesagten Hotspot nicht gezeigt hätten und diese Diskrepanz weiterhin unzureichend erklärt sei.

Für ihn beweist die anhaltende Diskrepanz zwischen Modellprognosen und Beobachtungen, dass Modelle nicht als endgültiger Beweis für eine zukünftige Erwärmung angesehen werden sollten.

Was beweist die Strahlungsphysik eigentlich?

An diesem Punkt wandte sich Wolters dem zu, was er für den stärksten Teil der konventionellen wissenschaftlichen Argumentation hielt: der Strahlungsphysik.

Er räumte ausdrücklich ein, dass CO₂ ein Treibhausgas ist. Ein Anstieg des CO₂-Gehalts verändert die Strahlungsbilanz der Erde, und eine Verdopplung des atmosphärischen CO₂ führt zu einer Erwärmung von etwa einem Grad Celsius, bevor weitere Rückkopplungseffekte berücksichtigt werden. „CO₂ verursacht eine Erwärmung von mehr oder weniger einem Grad, das ist alles.“

Wolters betont, dass die mit einer Verdopplung des CO₂-Gehalts verbundene Erwärmung von etwa einem Grad im Wesentlichen ein Laborwert ist. Er beschreibt, was geschehen würde, wenn die Atmosphäre auf den Strahlungseffekt von CO₂ reagieren könnte, während sich sonst nichts ändert. Das reale Klimasystem ist jedoch weitaus komplexer. Es enthält zahlreiche Rückkopplungsmechanismen, von denen einige eine anfängliche Erwärmung verstärken und andere ihr entgegenwirken. Laut Wolters liegt hier der Ursprung vieler wissenschaftlicher Meinungsverschiedenheiten. Die entscheidende Frage ist daher das Ausmaß der Klimarückkopplungen – insbesondere jener, die Wasserdampf, Wolken und den Wasserkreislauf betreffen.

Er erklärt den Unterschied zwischen positiven und negativen Rückkopplungen anhand eines einfachen Beispiels. Eine negative Rückkopplung dämpft eine anfängliche Temperaturänderung: Das Klima reagiert auf die Erwärmung so, dass eine weitere Erwärmung begrenzt wird. Eine positive Rückkopplung bewirkt das Gegenteil und verstärkt die ursprüngliche Störung. Wolters veranschaulicht Letzteres mit einer hypothetischen Kette, in der ein Grad Erwärmung durch Rückkopplung zwei weitere Grade erzeugt; diese zwei Grad wiederum erzeugen vier, und aus vier werden acht. Ein solcher Prozess würde schließlich zu einem unkontrollierbaren Effekt führen, wenn die Rückkopplung nicht deutlich abgeschwächt würde.

Dies ist besonders wichtig, da die IPCC-Schätzung der Klimasensitivität stark von positiven Rückkopplungen abhängt. Der direkte CO₂-Effekt von etwa 1 °C wird verstärkt, insbesondere durch den erhöhten atmosphärischen Wasserdampfgehalt, der selbst ein Treibhausgas ist. Laut Wolters liegt der resultierende Rückkopplungsfaktor bereits nahe an der Schwelle, ab der das System instabil würde.

Er bezweifelt, ob dies zutreffen kann. Der Rückgang des Meereises kann beispielsweise lokal eine starke positive Rückkopplung bewirken, doch ein wärmerer Planet emittiert auch mehr Infrarotstrahlung ins Weltall, was eine negative Rückkopplung zur Folge hat. Darüber hinaus verstärkt ein wärmeres Klima den Wasserkreislauf. Verdunstung und Konvektion entziehen der Oberfläche Wärme, während Niederschläge ebenfalls stark kühlend wirken. Wolken können in beide Richtungen wirken.

Für Wolters wirft dies ein grundlegendes Problem auf. Wenn die Schätzung des IPCC die Summe aller Rückkopplungen widerspiegelt, müsste das Klima deutlich näher an der Instabilität sein, als die Erdgeschichte vermuten lässt. Er verweist auf die bemerkenswerte Stabilität der globalen Temperaturen über geologische Zeiträume hinweg trotz erheblicher Veränderungen der atmosphärischen Zusammensetzung und der Sonneneinstrahlung. Dies deutet darauf hin, dass eine starke negative Rückkopplung wirken muss.

Diese Schlussfolgerung ist zentral für seine nachfolgende Hypothese des „tropischen Thermostats“: Anstatt anzunehmen, dass positive Rückkopplungen dominieren, sollten Wissenschaftler untersuchen, ob das Klima natürliche Mechanismen enthält, die die Erwärmung aktiv begrenzen.

Die Hypothese des „tropischen Thermostats“

Dies führt zum ungewöhnlichsten Teil von Wolters’ Präsentation: seiner Diskussion über einen möglichen natürlichen „Thermostat“, der die Erdtemperatur reguliert. Wolters betonte, dass es sich bei diesem Teil seiner Präsentation um eine Hypothese und nicht um gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse handele. Er führte die Grundidee auf Willis Eschenbach zurück, dessen frühere Arbeiten zu tropischen Gewittern er dem Publikum zur Kenntnisnahme ans Herz legte.

Laut dieser Hypothese könnte der tropische Wasserkreislauf – insbesondere die gewaltigen Gewitter der Hadley-Zirkulation – als natürlicher Thermostat fungieren. Verdunstung transportiert Wärme von der Oberfläche in die Atmosphäre, während Kondensation und der Transport latenter Wärme in große Höhen Energie ins Weltall abgeben. Wolters argumentierte, dass die relativ stabile Temperatur großer Gebiete des tropischen Pazifiks trotz deutlicher Erwärmung anderswo ein Indiz für einen solchen Mechanismus sei.

Wenn ein solcher Thermostat existiert und in Klimamodellen fehlt, könnten Berechnungen von Klimaeinflüssen und Rückkopplungen grundlegend irreführend sein.

Von der Wissenschaft zur Klimapolitik

Wolters’ Schlussfolgerung lautet nicht, dass CO₂ keine Erwärmungswirkung hat. Im Gegenteil, er wies diese Interpretation seiner Argumentation ausdrücklich zurück. „Ich habe nicht bewiesen, dass CO₂ keine Erwärmung verursacht. Ich habe lediglich gezeigt, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass es dies tut.“

Seiner Ansicht nach hat CO₂ möglicherweise zwischen null und etwa einem halben Grad zur jüngsten Erwärmung beigetragen, der genaue Beitrag ist jedoch weiterhin unbekannt. Er hält es für durchaus plausibel, dass natürliche Faktoren – einschließlich der Erholung nach der Kleinen Eiszeit – einen wesentlichen Teil des beobachteten Anstiegs erklären.

Diese Unsicherheit hat weitreichende Konsequenzen für die Klimapolitik. Können politische Entscheidungsträger nicht feststellen, wie stark die Erwärmung durch CO₂ verursacht wird, so erscheint der Einsatz enormer Summen zur Beseitigung eines bestimmten Klimafaktors fragwürdig.

Wolters kritisierte zudem die uneingeschränkte Anwendung des Vorsorgeprinzips. Die Möglichkeit von Klimaschäden allein rechtfertigt keine politische Maßnahme, ungeachtet ihrer Kosten. Entscheidungsträger müssen den potenziellen Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen mit ihren wirtschaftlichen Kosten und mit alternativen Strategien vergleichen.

Er sprach sich daher nachdrücklich für Anpassung aus. Gesellschaften können auf Klimarisiken reagieren, indem sie die Infrastruktur, das Wassermanagement und den Hochwasserschutz verbessern. Wolters verwies auf den starken Rückgang klimabedingter Todesfälle im vergangenen Jahrhundert als Beweis dafür, dass Gesellschaften zunehmend in der Lage sind, mit Umweltgefahren umzugehen.

Er zitierte eine Schätzung des Ökonomen William Nordhaus, wonach der Versuch, die Erderwärmung auf ein sehr niedriges Niveau zu begrenzen, enorme wirtschaftliche Kosten verursachen könnte. Wolters schlussfolgerte daher, dass Regierungen begrenzte, wirtschaftlich sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen ergreifen und sich vorrangig auf die Anpassung konzentrieren sollten. „Die vernünftige Wahl ist die Anpassung.“

Eine wärmere Welt muss keine Katastrophe sein

Wolters beendete seinen Vortrag mit dem, was er den „Wohlfühlteil“ nannte: Was würde tatsächlich mit der Natur geschehen, wenn die Temperaturen um zwei Grad steigen würden?

Seine Antwort lautete, dass die Folgen nicht automatisch als katastrophal angesehen werden sollten. Er veranschaulichte dies anhand eines Vergleichs der Klimazonen in Europa und Nordamerika. Eine Verschiebung um zwei Grad, argumentierte er, sei vergleichbar mit einer Verschiebung um mehrere hundert Kilometer nach Norden oder Süden. Ein wärmeres Berlin könnte beispielsweise Klimamerkmale aufweisen, die derzeit deutlich weiter südlich vorkommen.

Aus dieser Perspektive ist der Klimawandel weniger eine Transformation des gesamten Planeten als vielmehr eine Verschiebung der Klimazonen. Wolters argumentierte, dass Ökosysteme im Laufe der Erdgeschichte immer wieder solche Veränderungen erfahren haben. Sein Fazit war daher bewusst optimistisch: „Die Natur ist es gewohnt, sich an den Klimawandel anzupassen, und das sollten auch wir tun.“

Für Wolters lauten die eigentlichen wissenschaftlichen und politischen Fragen: Wie viel der jüngsten Erwärmung ist auf CO₂ zurückzuführen? Wie stark reagiert das Klimasystem darauf? Wie gravierend wären die Folgen einer weiteren Erwärmung tatsächlich? Und bringt eine aggressive Emissionsreduktion einen Nutzen, der ihren wirtschaftlichen Kosten entspricht? Seine Antwort auf alle vier Fragen lautet: Es herrscht weiterhin erhebliche Unsicherheit. „Niemand weiß, wie das Klima funktioniert.“

Übersetzung: Eric Vieira

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By |2026-10-08T23:33:04-07:008 October 2026|Climate Change|0 Comments

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