Halloween ist gerettet: Kürbisse sind nicht durch den Klimawandel gefährdet
Die Gruselgeschichte der CBC über den Klimawandel und die kanadischen Kürbisernten ist reine Augenwischerei. Linnea Lueken meint, die CBC hätte gründlicher recherchieren und mehr Urteilsvermögen beweisen sollen, bevor sie auf Basis zweier Kürbisernten Aussagen zum langfristigen Klimawandel macht.
Ein kürzlich erschienener Artikel von CBC News mit dem Titel „Klimawandel bringt Unberechenbarkeit und bedroht die Kürbisernte in Neufundland und Labrador“ behauptet, dass ungewöhnlich starke Wetterschwankungen in den letzten Jahren die Kürbisernte gefährden und beides Symptome des Klimawandels seien. Das ist falsch. Die Kürbisproduktion läuft bestens, Wetterschwankungen von Jahr zu Jahr sind normal und nichts Ungewöhnliches, und auch die Daten der lokalen Wetterstationen deuten nicht auf einen Trend zu stärkeren Wetterschwankungen hin.
Der CBC-Beitrag ist kein besonders wissenschaftlicher Artikel, obwohl er einen Klimatologen der Memorial University zitiert. Er stützt sich größtenteils auf die Aussage von Landwirten, dass sich das Klima eindeutig verändert, weil das Wetter einer Jahreszeit „so anders“ sein kann als die der vorherigen. Landwirte haben jedoch schon immer mit Schwankungen in der Qualität der Anbausaisons von Jahr zu Jahr zu kämpfen gehabt, buchstäblich seitdem Menschen gezielt Nutzpflanzen anbauen und ernten.
Sie konzentrieren sich auf die letzten zwei Jahre, in denen „der vergangene Sommer besonders kalt und nass war, insbesondere im Vergleich zu 2025, als die Provinz Rekordtemperaturen und wenig Regen erlebte.“
Kürbis und düstere Untergangsstimmung
Witterungsbedingt fiel die Kürbisernte einiger Landwirte entweder verspätet oder geringer aus. Anders als die sonst üblichen düsteren Berichte über Kürbisse um diese Jahreszeit, räumt der CBC-Artikel ein, dass „beide Landwirte angaben, die geernteten Kürbisse seien von hervorragender Qualität“.
CBC News spricht anschließend mit dem Klimatologen Joel Finnis, der sinngemäß sagt: „Der drastische Wetterunterschied zwischen Sommer 2025 und Sommer 2026 ist ein Beweis für einen Klimawandel – denn je wärmer das Klima wird, desto größer sind die Schwankungen der Wetterbedingungen.“
Das ist falsch. Es ist überraschend, dass ein Klimatologe eine solche Behauptung aufstellt, wenn die Daten keinen Trend zu sich verschlechterndem oder unbeständigem Wetter erkennen lassen. Möglicherweise handelt es sich um ein falsches Zitat oder eine zu starke Vereinfachung, die fast schon absurd wirkt, aber zwei Jahre mit völlig unterschiedlichem Wetter sind kein Beweis für irgendeinen Trend. Das können sie nicht sein, insbesondere nicht im Hinblick auf den Klimawandel, der ein langfristiges Phänomen ist, das sich über Jahrzehnte erstreckt.
Das regionale Wetter weist naturgemäß von Jahr zu Jahr mitunter sehr große Schwankungen auf. Diese Schwankungen können auf natürliche Muster wie die El Niño-Südliche Oszillation (ENSO) und, in direkterer Hinsicht für die ostkanadischen Provinzen, die Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation (AMOC) und den Einfluss des Golfstroms zurückzuführen sein.
Was die Sommertemperaturen betrifft, prognostiziert der IPCC in seinem AR6-Bericht nicht einmal für die gesamte Welt große Schwankungen. Modelle, die insbesondere Veränderungen in Neufundland vorhersagen sollen, weisen eine geringe Übereinstimmung auf, und die vorhandenen Schätzungen zeigen kaum oder gar keine Veränderung. Dies basiert auf dem RCP8.5-Szenario – einem inzwischen verworfenen Szenario, das die Erwärmung maßlos überschätzt hat.
Kein Trend
Anhand der von Environment and Climate Change Canada bereitgestellten, temperaturkorrigierten Daten für St. John’s, die von 1874 bis 2020 reichen, lässt sich beim Vergleich der mittleren Sommertemperaturen über die Jahrzehnte kein Trend in den jährlichen Temperaturschwankungen feststellen. Ich konzentrierte mich auf die Station St. John’s Adjusted and Homogenized Canadian Climate Data (AHCCD) in der Nähe des größten Kürbisanbaugebiets Neufundlands (hier heruntergeladen und anschließend mit Claude.ai verarbeitet). Falls überhaupt ein Trend erkennbar ist, ist er rückläufig. (Siehe Abbildung unten.)
Was die Niederschläge betrifft, wird es auch hier auf das RCP8.5-Szenario bezogen, denn es ist das einzige Szenario, bei dem die extrem hohen Erwärmungswerte erreicht werden, mit denen der IPCC Panik schüren will, behauptet die IPCC, dass die jährlichen Schwankungen letztendlich zunehmen werden. Bei niedrigeren und realistischeren Emissionsszenarien wird dieser Prozess jedoch deutlich länger dauern.
Auch hier sollten wir die modellbasierte Vorhersage auf realen Daten basieren. Fakt ist, dass die Stationsdaten für St. John’s, die von 1874 bis 2011 erfasst wurden, keinerlei Trend zu zunehmender Variabilität der Sommerniederschläge zeigen. Sollte in diesem Zeitraum überhaupt ein Trend bestehen, so ist dieser im Gegenteil rückläufig, insbesondere hinsichtlich der extremen Wetterschwankungen von einem Sommer zum nächsten. (Siehe Abbildung unten.)
Beachten Sie den deutlichen Unterschied zwischen dem Sommer 1967, dem heißesten und trockensten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen, und dem darauffolgenden Sommer 1968, dem kältesten. Dies ähnelt stark dem Muster von 2025/26, das laut CBC und deren Klimatologen ein Beweis für den Klimawandel war.
Es handelt sich hierbei wohlgemerkt nur um Daten einer einzigen Station, aber sie sollten jeden, der behauptet, die jüngsten Wettermuster seien ein Beweis für zunehmende Volatilität, zum Nachdenken anregen.
Nordhalbkugel
In weiten Teilen der Nordhalbkugel ist der durchschnittliche Jahresniederschlag leicht angestiegen, doch auch dieser Trend ist sehr gering. Dennoch zitiert der CBC-Artikel einen Landwirt mit der Aussage, dass ausreichend Niederschlag im Sommer der Qualität von Kürbissen sehr zugutekomme.
Als ob all das nicht schon genug wäre, zeigen Daten des kanadischen Landwirtschaftsstatistikdienstes keinen Trend zu rückläufigen Kürbisernten in Neufundland und Labrador trotz des Klimawandels. Die Daten reichen zwar nur von 2007 bis 2025, liefern aber keinerlei Anzeichen dafür, dass die Kürbisindustrie der Provinz gefährdet ist. Die Produktion verzeichnete 2010 ihren Tiefststand, 2013 ihren Höchststand und lag in den letzten drei Jahren jeweils auf dem zweithöchsten Wert.
Auch die Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zeigen, dass die kanadische Kürbis-, Zucchini- und Flaschenkürbisproduktion im letzten Jahrzehnt relativ stabil geblieben ist, nachdem sie seit den 1990er Jahren allmählich gestiegen war. (Siehe Abbildung unten)
Die Daten geben keinen Anlass zur Annahme, dass Kürbisse in Labrador und Neufundland, oder in ganz Kanada, und schon gar nicht weltweit, durch den Klimawandel gefährdet sind. Die CBC hätte gründlicher recherchieren und mehr Urteilsvermögen beweisen sollen, als sie auf Grundlage von zwei Jahren Kürbisernte Aussagen über den langfristigen Klimawandel machte.
Übersetzung: Eric Vieira
Dieser Artikel wurde erstmals am 26. Oktober 2026 auf climaterealism.com veröffentlicht.

Linnea Lueken
Linnea Lueken ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arthur B. Robinson Center on Climate and Environmental Policy. Während ihres Praktikums am Heartland Institute im Jahr 2018 war sie Mitautorin eines Policy Briefs des Heartland Institute mit dem Titel „Vier hartnäckige Mythen über Hydraulic Fracturing widerlegt“.
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