Dutzende Klimaklagen in den USA, und keine davon auf Realität basiert
Die apokalyptische Behauptung eines Klimanotstands, die möglicherweise Tausenden von Klagen in den USA zugrunde liegt, ist Panikmache ohne jegliche Grundlage in der Realität, sagt Angela Wheeler.
Der Oberste Gerichtshof der USA prüft, ob Kommunen Öl- und Gasunternehmen zur Zahlung von Schadensersatz für Wetterschäden verpflichten können, die angeblich durch CO₂-Emissionen aus der Verbrennung ihrer Produkte verursacht wurden. Obwohl die Frage vor Gericht auf Verfassungsbestimmungen beruht, die diese Befugnis der Bundesregierung vorbehalten, ist es wichtig festzuhalten, dass die Prämisse des Falles wissenschaftlich unhaltbar ist.
Im Fall „Board of County Commissioners of Boulder County and City of Boulder v. Suncor Energy and ExxonMobil“ – dem Leitverfahren in fast drei Dutzend ähnlicher Klagen – werden die Produzenten fossiler Brennstoffe für die Folgen von Extremwetterereignissen verantwortlich gemacht. Die Klagen stellen einen koordinierten Versuch dar, Energiekonzerne in den Ruin zu treiben und der Öffentlichkeit eine wirtschaftlich verheerende „grüne“ Agenda aufzuzwingen.
Am 5. Oktober argumentierten Anwälte von Öl- und Gaskonzernen vor dem Obersten Gerichtshof der USA, dass die Verfassung es den Bundesstaaten und Kommunen untersagt, solche Klagen wie im Fall Colorado zu erheben; diese Befugnis sei der Bundesregierung vorbehalten. Ein Anwalt merkte an, dass die Kläger die 90.000 Landkreise, Städte, Gemeinden, Bezirke, Schulbezirke usw. des Landes faktisch die nationale Energiepolitik bestimmen lassen würden.
Panikmache
Wir sind uns einig, dass ein Rathaus nicht darüber entscheiden sollte, ob die Produzenten von Kohle, Öl und Erdgas weiterhin in den Branchen tätig sein dürfen, die die moderne Zivilisation ermöglichen. Ebenso wichtig ist jedoch, dass die apokalyptische Behauptung eines Klimanotstands, die möglicherweise Hunderte oder Tausende von Klagen nach sich ziehen könnte, reine Panikmache ohne jegliche Grundlage in der Realität ist.
Der im August veröffentlichte Bericht der CO 2 Coalition mit dem Titel „Colorado and Climate Change: Colorful Colorado Greener Than Ever“ kommt zu dem Schluss, dass es im Bundesstaat keine Klimakrise gibt – eine Schlussfolgerung, zu der unsere Forscher auch in mehreren anderen regionalen und staatlichen Studien gelangt sind.
In Colorado schwanken die Temperaturen, wie zu erwarten, seit dem späten 19. Jahrhundert. Ein leichter Anstieg seit Mitte der 1970er-Jahre ist auf wärmere Nächte und nicht auf heißere Tage zurückzuführen, und die aktuellen Durchschnittswerte sind mit denen früherer warmer Jahrzehnte vergleichbar. Tage mit Temperaturen von 35 °C oder mehr sind seit einem Höchststand in den 1930er-Jahren, dem Jahrzehnt der berüchtigten Staubstürme, seltener geworden. Nächte mit Temperaturen von 0 °C oder darunter sind seit den 1920er-Jahren weniger geworden.
Die jährlichen Niederschlagsmengen in Colorado weisen zwar deutliche Schwankungen auf, jedoch keinen allgemeinen Abwärtstrend, da die jüngsten Werte, mit denen der vergangenen Jahrzehnte vergleichbar sind. Trockenperioden seit 1999 lassen sich teilweise durch Naturphänomene im Pazifik, insbesondere El Niño und La Niña, erklären. Überschwemmungen haben sich – abgesehen von einigen wenigen Ausnahmejahren – nicht eindeutig verschlimmert. Waldbrände, Tornados und Winterstürme treten laut offiziellen Aufzeichnungen weder häufiger noch heftiger auf.
Kurz gesagt, trotz der Behauptungen über „Wetterschäden“ durch die moderne Nutzung fossiler Brennstoffe haben sich Naturphänomene seit der Zeit vor SUVs und Multi-Megawatt-Kraftwerken kaum verändert.
Würde Colorado übermäßig, unter Wetterextremen leiden, wäre die Landwirtschaft wahrscheinlich eines der Opfer. Die Ernteerträge steigen jedoch in Colorado und weltweit. Dies ist größtenteils auf längere Vegetationsperioden zurückzuführen, die durch die moderate Erwärmung seit dem Ende der Kleinen Eiszeit Mitte des 19. Jahrhunderts, landwirtschaftliche Innovationen und den Anstieg des atmosphärischen Kohlendioxids bedingt sind.
Zu klein, um spürbar zu sein
CO₂ ist kein Schadstoff, sondern ein Spurengas in der Atmosphäre, das für die Photosynthese von Pflanzen und alles Leben unerlässlich ist. Höhere Konzentrationen fördern das Pflanzenwachstum und die Trockenresistenz. Etwa 70 % der globalen Begrünung, die von NASA-Satelliten bestätigt wurde, werden dem Düngeeffekt von CO₂ zugeschrieben. In Gewächshäusern wird der CO₂-Gehalt routinemäßig erhöht, um die Ernteerträge zu steigern.
Was die Erwärmung durch CO₂ betrifft, so wird der Effekt der US-Emissionen von 2025 bis 2100 auf etwa 0,07 Grad Celsius und der von Colorado auf etwa 0,0012 Grad berechnet. Diese Unterschiede sind so gering, dass sie praktisch nicht spürbar sind. Keiner der beiden Werte rechtfertigt einen Schadensersatz in irgendeiner Höhe, geschweige denn einen, die internationalen Unternehmen und Volkswirtschaften ruinieren würde.
Boulder strebt eine Geldentschädigung an, die gegebenenfalls um das Dreifache erhöht werden kann, für Gesundheitsprogramme, umweltfreundliche Straßen und öffentliche Verkehrsmittel sowie allgemeine Klimaschutzmaßnahmen. In einer Parallelklage fordert Multnomah County, Oregon, bis zu 51 Milliarden US-Dollar. Anwälte, die mit dem Rechtsstreit in Colorado in Verbindung stehen, bezeichnen die Strategie als eine Art Steuer für Ölkonzerne und Verbraucher. Die von den Klägern geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf Billionen.
Ein Urteil zugunsten der Unternehmen würde den Bundesstaaten nicht die Zuständigkeit für Aktivitäten innerhalb ihrer Grenzen entziehen. Es würde die Kommunen daran hindern, Schadensersatzzahlungen als Ersatz für eine vernünftige Energiepolitik zu nutzen.
Unabhängig davon, was man von der Klimafrage hält, müssen die damit verbundenen Fragen nach der strengen Logik sowohl der US-Verfassung als auch der wissenschaftlichen Forschung beantwortet werden.
Übersetzung: Eric Vieira
Dieser Kommentar wurde erstmals am 9. Oktober 2026 im Daily Caller veröffentlicht.
Angela Wheeler ist Geschäftsführerin der CO2 – Koalition in Fairfax, Virginia. Sie schloss ihr Studium an der Emporia State University in Kansas mit Auszeichnung ab, wo sie Kommunikationswissenschaften mit zusätzlichen Kursen in Biologie und Vormedizin studierte.
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