Buchrezension: Eine sehr bequeme Erwärmung
Der Klimawandel-Dämonismus steht auf weit wackeligeren Füssen, als es die Selbstsicherheit vermuten lässt. Gregory Wrightstones Buch „A Very Convenient Warming: How Modest Warming and More CO2 Are Benefiting Humanity“ stellt nahezu jede Annahme der modernen Klimadebatte infrage.
Nur wenige Bücher erscheinen mit einer so bewusst provokanten These wie ihr Titel. Gregory Wrightstones „A Very Convenient Warming: How Modest Warming and More CO₂ Are Benefiting Humanity“ (Eine sehr bequeme Erwärmung: Wie moderate Erwärmung und mehr CO₂ der Menschheit zugutekommen) stellt nahezu jede Annahme der modernen Klimadebatte auf den Kopf. Dabei stützt er sich weniger auf Rhetorik als vielmehr auf Diagramme, Eisbohrkerndaten und jahrhundertealte, dokumentierte Ernteerträge. Wrightstone, selbst praktizierender Geologe und Geschäftsführer der CO₂ Coalition, spannt seinen Bogen von den Kohlesümpfen bis zu den Ernteerträgen des nächsten Jahres. Gerade diese schiere Bandbreite verleiht dem Buch seine Überzeugungskraft.
Statt mit Alarm zu beginnen, startet Wrightstone mit Zahlen. In den vergangenen 600 Millionen Jahren, so seine Berechnungen, lag der durchschnittliche CO₂-Gehalt der Atmosphäre bei etwa 2600 ppm – fast siebenmal so hoch wie die heute gemessene Konzentration und zweieinhalbmal so hoch wie der vom IPCC für das Jahr 2100 prognostizierte Worst-Case-Wert. Vor diesem Hintergrund erscheint der heutige Wert von 420 ppm weniger wie eine Krise, sondern eher wie eine moderate Erholung von einer, wie er es nennt, langen Phase des Kohlenstoffmangels. Dieser erreichte seinen Tiefpunkt bei etwa 182 ppm während der jüngsten Eiszeitvorstöße, nahe dem Schwellenwert von 150 ppm, unterhalb dessen die meisten Landpflanzen nicht überleben können.
Fossile Brennstoffe
Die Erklärung der Ursachen dieses Rückgangs ist der entscheidende Punkt, an dem die Darstellung der Kohlenstoffspeicherung im Buch unerlässlich wird. Laut Wrightstone spielten zwei Mechanismen die Hauptrolle. Rund 80 Prozent des gebundenen Kohlenstoffs wurden zu Kalziumkarbonatgestein, hauptsächlich Kalkstein, umgewandelt, das aus gesättigtem Meerwasser ausfiel oder sich aus den angesammelten Schalen und Skeletten von Meereslebewesen bildete. Die verbleibenden 20 Prozent nahmen einen langsameren, ungewöhnlicheren Weg: Algen und später ligninreiche Bäume starben ab und wurden begraben, bevor Mikroorganismen die Enzyme entwickeln konnten, die zu ihrer Zersetzung nötig waren. So wurde Kohlenstoff in dem gebunden, was schließlich zu Kohle, Erdöl und Erdgas wurde. Wrightstone nutzt diese Geschichte, um fossile Brennstoffe selbst neu zu definieren, und beschreibt Kohle und Erdöl als nichts anderes als uraltes Sonnenlicht, das durch Photosynthese eingefangen und unterirdisch gespeichert wurde, bis es durch Verbrennung wieder in den Kreislauf gelangt.
Sobald diese Prämisse etabliert ist, mehren sich die Zahlen, die Wrightstone gegen die Behauptung eines „beispiellosen CO2-Gehalts“ anführt. Seit der Industriellen Revolution ist die atmosphärische Konzentration um etwa 140 ppm gestiegen, von rund 280 auf 420 ppm. Doch selbst dieser Anstieg, so Wrightstone, liegt noch weit unter dem Durchschnittswert von 2600 ppm in der Erdgeschichte und deutlich unter den Werten, die in den meisten Epochen herrschten, in denen komplexes Leben blühte.
Wenn CO₂ tatsächlich als Stellschraube der planetaren Temperatur fungieren würde, wie Wrightstone es formuliert, müsste der geologische Befund zeigen, dass sich beide parallel entwickeln. Stattdessen stellt er vier separate Vergleiche gegenüber, die jeweils unterschiedliche Zeiträume umfassen, und jeder einzelne widerlegt die Korrelation, anstatt sie zu bestätigen. Zwischen 1943 und 1976, obwohl die industrielle Produktion der Nachkriegszeit die Emissionen stark ansteigen ließ, sank die globale Temperatur 33 Jahre in Folge – ein so starker Abkühlungstrend, dass viele Wissenschaftler jener Zeit den Beginn einer neuen Eiszeit und nicht einer Warmzeit vorhersagten. Noch weiter zurückliegend, zeigt die Temperaturreihe Mittelenglands, die älteste existierende kontinuierliche instrumentelle Messreihe, dass die ersten rund 250 Jahre der Erwärmung nach der Kleinen Eiszeit stattfanden, während die CO₂-Konzentrationen auf einem historischen Tiefstand blieben. Die mittelalterliche Warmzeit wirft ein ähnliches Rätsel auf: Vergleichbare Wärme trat bei Konzentrationen auf, die etwa 140 ppm unter dem heutigen Wert lagen. Betrachtet man die gesamten 8000 Jahre des Holozäns, so stellt Wrightstone fest, dass die Temperaturen allmählich sanken, während der CO2-Gehalt anstieg – eine Inversion, die er als Holozän-Rätsel bezeichnet.
El Niño
Keines dieser vier Zeitfenster, die sich von Jahrzehnten bis zu Jahrtausenden erstrecken, liefert die enge Korrelation, die die gängige Theorie erwarten lässt. Wrightstone verweist stattdessen auf die Zyklen des Pazifiks, insbesondere die El-Niño-Südliche-Oszillation, die kurzfristige Temperaturschwankungen weitaus genauer erfassen als die Kohlendioxidkonzentration. Dieses Muster veranschaulicht er, indem er El-Niño-Ereignisse direkt mit Satelliten-Temperaturaufzeichnungen bis zurück ins Jahr 1950 vergleicht.
Wrightstone weitet diese Skepsis auf die Computermodelle aus, die den meisten Klimapolitiken zugrunde liegen, und wendet sich hier noch komplexeren Berechnungen zu. Unter Berufung auf die Analysen des Ökonomen Ross McKitrick und des Atmosphärenforschers John Christy berichtet er, dass die im jüngsten IPCC-Bericht verwendeten Modelle eine Erwärmung von 0,42 Grad Celsius pro Jahrzehnt prognostizierten, während Satellitenmessungen tatsächlich 0,17 Grad ergaben – eine Überschätzung um etwa das Zweieinhalbfache. Wenn die natürliche Variabilität auch nur die Hälfte der tatsächlich beobachteten Erwärmung erklärt, so Wrightstone, steigt der Fehler der Modelle auf den Faktor fünf. Er fügt hinzu, dass neuere Schätzungen der Klimasensitivität darauf hindeuten, dass der durch eine Verdopplung des CO₂-Gehalts zu erwartende Temperaturanstieg lediglich 0,5 bis unter 1,0 Grad Celsius beträgt – weit unter den Annahmen, die den meisten Modellläufen zugrunde liegen. Weiterhin zitiert er den Nobelpreisträger John Clauser, der argumentiert, dass die Modelle den kühlenden Effekt der Wolkenbedeckung systematisch unterschätzen – ein Fehler, der laut Clauser fast doppelt so stark ist wie die dem CO₂ selbst zugeschriebene Erwärmung.
Billionen
Die finanziellen Auswirkungen dieser Modellierungslücke sind laut Wrightstone beträchtlich. Er berechnet, dass die Erreichung von Netto-Null-Emissionen zwischen 2021 und 2050 rund 275 Billionen US-Dollar kosten würde, also etwa 9,8 Billionen US-Dollar jährlich – ein Zehntel des globalen BIP. Mit dem Klimamodell MAGICC rechnet er diese Zahlen durch und kommt zu dem Ergebnis, dass selbst eine vollständige Emissionsreduzierung der Industrienationen ab 2010 die Erwärmung bis 2100 nur um 0,28 Grad Celsius verringern würde. Dieses Ergebnis beziffert er mit rund 131 Billionen US-Dollar pro vermiedenem Zehntelgrad Fahrenheit.
Nachdem Wrightstone sowohl den Mechanismus als auch die Modelle infrage gestellt hat, wendet er sich den historischen Aufzeichnungen selbst zu, und hier spitzt sich die Argumentation des Buches am deutlichsten zu. Zivilisationen, so argumentiert er, hätten in Kälteperioden stets gelitten und in Warmzeiten geblüht – ein Muster, das er über fast fünf Jahrtausende hinweg verfolgt. Sein zentrales Beispiel sind die Dunklen Jahrhunderte Griechenlands, die einsetzten, als die Temperaturen in Europa am Ende der minoischen Warmzeit um das 13. Jahrhundert v. Chr. um 1 bis 2 Grad Celsius sanken. Innerhalb von etwa einem Jahrhundert waren die hethitische, mykenische, minoische und kanaanäische Zivilisationen untergegangen – ein Ereignis, das der Historiker David Kaniewski auf abrupte Klimaveränderungen zurückführt, die regionsweite Ernteausfälle und unhaltbare Bedingungen auslösten. Handel, Kunst und Architektur gingen in der Region über vier Jahrhunderte oder länger zurück, und Wrightstone setzt dieses Muster bis in das Dunkle Zeitalter des fünften bis neunten Jahrhunderts und bis zur Kleinen Eiszeit fort, die beide eher von Hungersnot und demografischem Zusammenbruch als von dem Überfluss geprägt waren, den er mit den dazwischenliegenden Warmzeiten in Verbindung bringt.
Römisches Zeitalter
Entscheidend ist, dass das Buch Erwärmungen oberhalb der heutigen Alarmschwellenwerte nicht als rein theoretisch betrachtet. Eine Studie der Universität Barcelona aus dem Jahr 2020 unter der Leitung von Isabel Cacho rekonstruierte die Temperaturen im Mittelmeerraum der letzten 2000 Jahre und identifizierte die Römerzeit als die wärmste Periode dieses Zeitraums, in der diese Bedingungen etwa 500 Jahre anhielten. Diese Erwärmung, so Wrightstone, überschritt die vom IPCC als kritischen Punkt definierte 1,5-Grad-Celsius-Schwelle, führte aber keineswegs zu Stagnation. Im Gegenteil, sie fiel mit der Blütezeit des Römischen Reiches und der Han-Dynastie zusammen – einer Ära, die so günstig war, dass Olivenbäume im deutschen Rheintal wuchsen und Weintrauben bis hinauf zum Hadrianswall reiften. Unter den heutigen kühleren Klimabedingungen wäre der Anbau an beiden Orten unmöglich. Beweise für den Anstieg des Meeresspiegels bestätigen die Rekonstruktion: Pevensey Castle, einst eine Küstenbefestigung der Sachsenküste, liegt heute 1,5 Kilometer landeinwärts, da die unter Wasser liegende Küstenlinie sich zurückzog, als sich der Planet während der darauffolgenden Kleinen Eiszeit wieder abkühlte.
Aufbauend auf dieser historischen Grundlage widmet Wrightstone seine letzten Kapitel der Auflistung konkreter Vorteile, die er dem steigenden CO₂-Gehalt und der moderaten Erwärmung zuschreibt. Da Kohlendioxid der essenzielle Rohstoff der Photosynthese ist, argumentiert er, dass die heute noch vergleichsweise niedrigen Konzentrationen das Pflanzenwachstum weiterhin einschränken und dass die jüngsten Anstiege die landwirtschaftlichen Erträge weltweit messbar verbessert haben. Im Hinblick auf Naturkatastrophen stellt er die gängige Sichtweise völlig auf den Kopf. Unter Berufung auf einen direkten Briefwechsel mit einem Datenbankmanager des Zentrums für Katastrophenepidemiologie berichtet er, dass der scheinbare Anstieg der registrierten Katastrophen zwischen den 1970er und den späten 1990er Jahren eher ein wachsendes globales Meldenetzwerk als eine tatsächliche Zunahme der Ereignisse widerspiegelte – eine Verzerrung, die die Organisation später selbst einräumte. Sobald dieser Verzerrungseffekt in der Berichterstattung korrigiert ist, zeigen die gleichen Daten, dass die Anzahl der Katastrophen seit 2000 um etwa zehn Prozent zurückgegangen ist, während die Zahl der weltweiten Katastrophentoten pro Jahrzehnt um mehr als neunzig Prozent gesunken ist, von durchschnittlich 54 000 in den 1920er Jahren auf etwa 4500 im letzten Jahrzehnt, das in dem Buch behandelt wird.
Wrightstone schreibt für ein breites Publikum, und das Buch schafft es weitgehend, Paläoklimatologie, Kohlenstoffkreislaufchemie und Klimamodellierung verständlich zu machen, ohne dabei in zu starke Vereinfachungen zu verfallen. Unterstützt wird es dabei von über neunzig Diagrammen, die auf Eiskernen, historischen Temperaturreihen und Katastrophendatenbanken basieren. Man sollte das Buch jedoch mit dem Bewusstsein seiner Hintergründe lesen. Wrightstone leitet eine Organisation, die sich explizit der Infragestellung des wissenschaftlichen Mainstreams zum Klimawandel verschrieben hat, und diese Mission prägt, welche Studien er in den Vordergrund stellt und welche er auslässt. Dennoch präsentiert das Buch, für sich genommen, eine wirklich substanzielle Sammlung historischer und empirischer Belege – nicht bloß Behauptungen – für die These, dass der Zusammenhang zwischen Kohlendioxid, Temperatur und menschlichem Wohlergehen deutlich weniger eindeutig ist, als die vorherrschende öffentliche Meinung zugibt. Für Leser, die der Vorhersagen einer unmittelbar bevorstehenden Katastrophe überdrüssig sind, liefert Wrightstones zusammengetragene Beweise, die sich über 600 Millionen Jahre Geologie und zwei Jahrtausende dokumentierter Geschichte erstrecken, überzeugende Argumente dafür, dass der Klimawandel-Untergangswahn auf weitaus wackeligerem Boden steht, als sein Selbstvertrauen vermuten lässt.
Übersetzung: Eric Vieira
Dieser Artikel wurde erstmals am 17. September 2026 auf American Greatness veröffentlicht.
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